Zinsrabatte

Wenn ein Unternehmen von seiner Bank Sonderkonditionen bei den Sollzinsen erhält, kann dies zweierlei Ursachen haben. Entweder handelt es sich für die Bank um einen Kunden mit besonders guter Bonität, der erfolgreich verhandelt hat, indem er ansonsten ein entsprechendes Angebot von der Konkurrenz akzeptiert hätte. Oder das Unternehmen befindet sich in einer gewissen finanziellen Schieflage. Hierbei gewähren Banken mitunter sogenannte Sanierungszinssätze, um zu gewährleisten, dass der Kunde wenigstens den Kapitaldienst für eine häufig reduzierte Tilgung und die reduzierten Zinsen aufbringen kann. Häufig wird im Vorfeld derartiger Maßnahmen zur Konsolidierung von Unternehmen begleitend und konzeptionell eine Unternehmensberatung eingebunden.

Darüber hinaus werden echte Zinsrabatte, also Preisnachlässe auf Zinsen in der Praxis im Rahmen einer Baufinanzierung gewährt. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um Sonderkonditionen der Banken, die die Finanzierung übernehmen, sondern um einen Rabatt bezogen auf die Zinssätze, die für ohnehin günstige öffentliche Fördergelder berechnet werden. Die Möglichkeit, diese Rabatte einzuräumen hat grundsätzlich jedes Kreditinstitut; in der Praxis ist es für den Kunden anzuraten, sich um eine Vermittlung durch einen entsprechend qualifizierten unabhängigen Finanzdienstleister zu bemühen.

Im Übrigen sind Zinsrabatte schwierig zu bekommen. Für standardisierte Kredite wie Ratenkredite an Privatpersonen werden häufig Offerten mit besonders günstigen Zinsen lanciert, die allerdings unter einem Vorbehalt stehen. Bei der konkreten individuellen Kreditprüfung wird der Zinssatz häufig anhand der Auswertung der Einkommensverhältnisse und der allgemeinen finanziellen Situation des Kunden bonitätsabhängig vergeben. Eine weitere Verhandlung über günstigere Zinsen gestaltet sich an dieser Stelle nicht selten schwierig.

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