Ratenkredit

Der Ratenkredit ist ein Finanzprodukt für Privatpersonen. Hiermit wird dem Kreditnehmer ein Darlehen über einen bestimmten Geldbetrag gewährt. Dieser Betrag ist dann in gleichbleibenden monatlichen Raten mit einem vorher festgelegten Zinssatz zurückzuzahlen.

Die Verwendung des Geldes steht dem Kreditnehmer völlig frei. Es gibt aber auch Kredite von Finanzpartner, die direkt den Kauf eines Produktes ermöglichen, sowie zum Beispiel der Autokredit oder der Kredit über die Hausbank des Möbelgeschäftes. Hier erhält der Kreditnehmer keinen Auszahlungsbetrag, sondern ihm wird der Kauf von Waren des Geschäftes finanziert. Ein Ratenkredit kann auch zur Aufstockung eines bestehenden Kredites und zur Umschuldung genutzt werden. Kredite dieser Form gibt es bereits seit über 60 Jahren. Der Ratenkredit ist der Kredit, der am häufigsten in Anspruch genommen wird. Er gilt als ein klassisches Finanzierungsprodukt, das leicht und unkompliziert vergeben wird und daher so beliebt ist. Die Auszahlungsbeträge des Ratenkredites können sich von EUR 1.000 bis zu EUR 75.000 belaufen. Man kennt dabei Laufzeiten von 12 bis zu 84 Monaten, in manchen Fällen werden auch Laufzeiten von bis zu 120 Monaten vereinbart.

Spricht man davon, dass der Ratenkredit als Blankodarlehen herausgelegt wird, meint man damit, dass der Kredit ohne Stellung von Sicherheiten vergeben wird. Gängig ist jedoch zumindest die Vorlage der letzten drei Lohn- oder Gehaltsabrechnungen. Weiterhin wird in jedem Fall die Bonität des Kreditnehmers überprüft. Um so eine Prüfung kommt in der Regel niemand herum. Die Bonität gibt dem Kreditgeber Auskunft über das bisherige Zahlungsverhalten des Kreditnehmers. Diese Überprüfung ist für den Kreditgeber im Grunde unerlässlich, denn durch eine schlechte Zahlungsmoral können Unternehmen stark geschädigt werden. Die Bonitätsabfrage versteht sich also als Selbstschutz des Kreditgebers. Um bei mangelhafter Bonität die Finanzierung dennoch zu ermöglichen, kann man auf einen Bürgen zurückgreifen.

Nach Erhalt des Auszahlungsbetrages muss der Kredit in gleichbleibenden Monatsraten innerhalb eines festgelegten Zeitraums zurückgezahlt werden. Die Kreditrate besteht aus der Kredittilgung, den Zinsen und meist auch noch aus den Gebühren des Kreditgebers. Im Vergleich zur Baufinanzierung weist der Ratenkredit höhere Zinsen auf, doch ist er immer noch günstiger als der Dispositionskredit. Daher ist es manchmal sinnvoll, ein stark überzogenes Girokonto mittels eines Ratenkredites auszugleichen. In der monatlichen Kreditrate sin die Zinsanteile für jeweils 30 Tage enthalten. Ist der Zeitraum zwischen Erhalt der Kreditauszahlung und der Zahlung der ersten Rate größer als ein Monat, werden die anteiligen Zinsen ermittelt und zur ersten Rate hinzugefügt. Diese anteiligen Zinsen nennt man Anlaufzinsen. Für die Bereitstellung eines Kredites fallen nicht nur Zinsen, sondern auch Bearbeitungsgebühren an. Diese können bis zu 3% der Kreditsumme betragen. Oft wird auch zum Abschluss einer Restschuld- oder Risikolebensversicherung geraten. Diese Versicherungen erhöhen die Kreditsumme ebenfalls. Um erkennen zu können, welches Angebot die geringeren Nebenkosten beinhaltet, sollte man auf den Effektivzinssatz achten. Er gibt dem Kreditnehmer Auskunft über die zusätzlichen Kosten. Die Angabe des Effektivzinses ist gesetzlich vorgeschrieben. Über jeden aufgenommenen Ratenkredit gibt es einen Schufa Eintrag. Die Kündigung eines Kredites muss mit einer Frist von drei Monaten vorgenommen werden. Nur die Kündigung innerhalb der ersten sechs Monate ist kostenlos, d. h., es fällt keine Vorfälligkeitsentschädigung an. Ob man auch die Bearbeitungsgebühr zurück bekommt, ist von Kreditgeber zu Kreditgeber unterschiedlich. Es besteht nicht die Pflicht dazu, diese Gebühr zu erstatten.

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