Immobilienfinanzierung

Zum Kauf oder Bau einer Immobilie benötigt man meistens ein Darlehen, denn die wenigsten Bauherren oder Haus- bzw. Wohnungskäufer haben Summen in so großer Höhe zur Verfügung. Die Rückzahlungsraten sind von der Höhe her vergleichbar mit zu zahlenden Mieten, aber viele Leute zahlen lieber Kreditraten für Wohnungseigentum als Miete, weil es erstens gleichzeitig neben den Rentenansprüchen eine gute Altersvorsorge ist und zweitens die Mietbelastungen häufig im Laufe der Jahre immer weiter ansteigen, während man die Darlehen für Wohnungseigentum irgendwann abbezahlt hat und dann deutlich niedrigere monatliche Belastungen hat.

Mit einer Immobilienfinanzierung, die mit der Eintragung einer Grundschuld abgesichert ist, kann man nicht nur ein Haus oder eine Wohnung kaufen oder bauen, sondern auch nötig gewordene Renovierungen oder Umbauten finanzieren.

Besonders gut zur Finanzierung von Umbauten, um das Haus oder die Wohnung an veränderte Lebensumstände anzupassen, eignet sich ein Bausparvertrag bzw. ein Bauspardarlehen. Die Verwendung von Bauspargeldern ist an wohnwirtschaftliche Zwecke gebunden, um die staatlichen Förderungen wie Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulage nicht zu verlieren. Die Laufzeiten bei Bauspardarlehen sind kürzer als z.B. bei Annuitätendarlehen. Oft möchten Hauseigentümer gerade das gerne, weil sie von den Kosten eines Umbaus schnell wieder entlastet werden wollen.

Der Bausparvertrag wird bis zu 50% (je nach Vertrag) der Bausparsumme angespart, dann hat man Anspruch auf das Darlehen in Höhe der anderen 50%. Man kann also die Kosten für den Umbau mit dem angesparten Geld plus Darlehen finanzieren. Ein Bauspardarlehen hat oft nur eine Rückzahlungsdauer von 10 Jahren. Schon bei Abschluss des Bausparvertrages werden die Darlehenszinsen fest vereinbart.

Die Bauherren oder Wohnungskäufer, die keinen Bausparvertrag haben oder abschließen möchten, können zwischen einer Vielzahl von verschiedenen anderen Darlehensarten auswählen, z.B. das Annuitätendarlehen mit festgelegten Rückzahlungsraten, die aus Zinszahlungen und durch die niedriger werdende Zinsbelastung steigenden Tilgungsbeträgen besteht oder die Finanzierung in Verbindung mit einer Kapitallebens-versicherung, bei der während der Laufzeit lediglich Zinsen gezahlt werden und die Tilgung in einer Summe bei Fälligkeit der Lebensversicherungssumme erfolgt.

So ein Festdarlehen kann man auch wieder in Verbindung mit einem Bausparvertrag vereinbaren. Dann würde die Tilgung durch den zuteilungsreifen Bausparvertrag erfolgen. In diesem Fall senkt man das Risiko, dass die Zinssätze unerwartet steigen, weil der Zinssatz für das Bauspardarlehen bei Vertragsabschluss für die gesamte Laufzeit vereinbart wird.

Weitere Möglichkeiten einer Kombination mit einem Festdarlehen, bei dem während der Laufzeit nur Zinsen gezahlt werden, hat man bei einem Investment-Fonds-Sparplan oder einer privaten Rentenversicherung.

Oft bietet sich natürlich eine Kombination aus verschiedenen Darlehensarten für die Finanzierung des Wohnungseigentums an, weil z.B. die Lebensversicherungssumme oder der Bausparvertrag alleine nicht ausreichen würden. Der Bauherr oder Wohnungskäufer muss nach seinen Möglichkeiten, wie hoch die monatlichen Belastungen sein dürfen, entscheiden, welche Finanzierungsart für ihn die richtige ist. Er sollte verschiedene Angebote von Banken und Finanzberatungsfirmen vergleichen, um die günstigste Möglichkeit zu finden.

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