Privatkredit

Der Privatkredit ist der Sammelbegriff für alle Kreditarten, die an Privatpersonen vergeben werden. Das kann ein normaler Kredit, ein Dispositionskredit auf dem Girokonto, ein Studentenkredit, ein Online-Kredit, ein Rahmenkredit oder anderes sein. Mit diesen Geldern werden Wohnungseinrichtungen, Urlaubsreisen, ein Umzug oder auch eine Umschuldung von einem bereits bestehenden Kredit finanziert.

Ein Ratenkredit hat eine feste Kreditsumme und wird in gleichbleibenden von vornherein vereinbarten monatlichen Raten zurückgezahlt, die sich aus Zinsen, Tilgung und Gebühren zusammensetzen. Im Lauf der Rückzahlung verändert sich das Verhältnis von Tilgung und Zinsen, weil die Restsumme des Kredits geringer wird und die Zinsbelastung dadurch sinkt. Da die Raten aber gleich bleiben, wird die Tilgung erhöht und man erreicht eine relativ schnelle Rückzahlung. Die Laufzeiten variieren zwischen 12 und 120 Monaten, je nach Rückzahlungsmöglichkeit des Kunden.

Der Dispositionskredit auf dem Girokonto wird als Kreditrahmen gewährt. Der Kunde darf sein Girokonto bis zu einer vereinbarten Höhe überziehen und zahlt jeweils nur für die tatsächlichen Sollbeträge Zinsen. Er ist selbst für die Rückzahlung des Kredits verantwortlich, was vielen Kreditnehmern schwerer fällt als feste Raten zu zahlen. Hierbei gibt es normalerweise keine vereinbarte Laufzeit. Der Dispositionskredit wird einmal vereinbart, der Kunde verfügt über sein Konto, schöpft den Kreditrahmen aus oder auch nicht und zahlt den aufgenommenen Betrag nach seinem Ermessen und nach seinen Möglichkeiten selbständig zurück. Benötigt er dann irgendwann wieder einen Kredit, kann er den vereinbarten Rahmen erneut ausschöpfen.

Auch bei einem Rahmenkredit wird ein Kreditrahmen festgelegt, über den der Kreditnehmer frei verfügen kann, bis der Betrag ausgeschöpft ist. Es wird allerdings im Gegensatz zum Dispositionskredit ein separates Konto dafür eingerichtet. Zinsen werden auch nur auf den tatsächlich beanspruchten Betrag berechnet. Die Rückzahlung erfolgt in Raten nach den Möglichkeiten des Kreditnehmers (in der Regel 2% des in Anspruch genommenen Betrags). Der Rahmenkredit hat keine feste Laufzeit. Der Kreditrahmen kann jederzeit wieder ausgeschöpft werden. Der Kunde hat hierbei eine hohe Eigenverantwortung was die Rückzahlung angeht. Er muss mit viel Disziplin die Tilgung vornehmen, sobald es ihm möglich ist, weil er sonst leicht in eine Überschuldung rutschen kann. Diese hohe Flexibilität lassen sich die Kreditinstitute mit höheren Zinssätzen bezahlen als beim Ratenkredit.

Einen Kreditantrag kann man entweder bei der Hausbank, einem Finanzberater oder auch online stellen. Im Internet findet man verschiedene Anbieter, die Antragsformulare entweder zum Herunterladen und Ausdrucken oder auch zum Online-Ausfüllen und per Email abschicken anbieten. Der Kreditantrag wird anhand einer Selbstauskunft zu den persönlichen Verhältnissen geprüft. Kann dem Antrag stattgegeben werden, erhält der Kunde einen Kreditvertrag mit der Post oder per Email zugeschickt, den er wiederum ausfüllen und zusammen mit den erforderlichen Unterlagen zurückschicken muss. Anschließend wird der Vertrag nochmals geprüft, bei positiver Entscheidung seitens des Kreditinstituts wird der gewünschte Betrag ausgezahlt.

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