Baudarlehen

Ob man von einem Baudarlehen oder Bauspardarlehen spricht, von einem Annuitätendarlehen oder einer Hypothek, alles das meint dasselbe und zwar: Eine Baufinanzierung. Auch wenn es dafür verschiedene Begriffe gibt, es wird immer für denselben Zweck verwendet, nämlich für den Kauf, die Sanierung oder Modernisierung einer Immobilie. Wer ein konkretes Kaufinteresse hat und gerade auf der Suche nach einer passenden Finanzierung ist, wird schnell feststellen, dass das große Angebot und die Auswahl an verschiedenen Finanzierungsmodellen sehr verwirrend sein können. Woher soll der Laie auch wissen, was für ihn die beste Finanzierungsmöglichkeit ist, wenn er die einzelnen Formen gar nicht kennt. Wo die Vor- und Nachteile liegen und was letztendlich für jeden die beste Finanzierungsmethode sein kann, soll hier an zwei, drei Beispielen kurz erläutert werden:

Die Finanzierung mit einem Bauspardarlehen setzt zunächst voraus, dass man bereits auf dem Bausparvertrag eine Zeit lang Geld angespart hat. Man muss dann warten, bis einem das Bauspardarlehen zugeteilt wird. Das kann sich als ein Nachteil entpuppen, denn man ist beim Kauf einer Immobilie zeitlich nicht sehr flexibel. Um dies zu umgehen, gibt es heutzutage denn auch die Möglichkeit, den Bausparvertrag vorzufinanzieren bzw. eine Zwischenfinanzierung vorzunehmen. Auch der früher oft angesprochene Nachteil, die Raten seien sehr hoch, da man nur eine kurze Zeit für die Rückzahlung erhält, wurde mit neuen Tarifmodellen widerlegt. Ein wirklicher Vorteil des Bauspardarlehens liegt allerdings in der Flexibilität und zwar kann man zusätzlich zu den regelmäßigen Raten so viel, wie und wann man will, zurückzahlen. Es fallen bei diesem Vertrag keine Vorfälligkeitsentschädigungen an. Wer Summen unter EUR 50.000 benötigt, steht mit dem Bauspardarlehen besser da, als wie mit einem Annuitäten- oder Hypothekendarlehen. Bei diesen Darlehen werden bei niedrigeren Summen nicht selten Zinsaufschläge vorgenommen.

Bausparkassen bieten den Kunden sogenannte Konstantmodelle an. Ein tilgungsfreies Darlehen wird dabei mit einem Bausparvertrag kombiniert und es sind zunächst nur Zinsen zu zahlen. Erhält der Bausparvertrag dann seine Zuteilung, wird das Darlehen abgelöst. Der Rest des Bauspardarlehens wird dann zurückgezahlt. Man erhält bei diesem Modell eine konstante Rate. Das macht die Finanzierung planbar und die Kosten transparent. Als Nachteil sei hier genannt, dass der Effektivzins hier häufig höher ist als beim Annuitätendarlehen.

Läuft die Zinsbindungsfrist ab, muss eine Anschlussfinanzierung vorgenommen werden. Die muss nicht zwangsläufig beim gleichen Kreditinstitut abgeschlossen werden. Der Kreditnehmer hat das Recht, sich einen anderen Kreditgeber zu suchen. Viele Kreditgeber wiegen sich in der Sicherheit, dass sie denken „der geht eh nicht woanders hin“ und bieten daher ein etwas höheren Zins für die neue Baufinanzierung an. Alleine schon deshalb lohnt sich hier ein Vergleich der Kreditgeber durch den Kreditnehmer.

Ein sogenanntes Forwarddarlehen ist kein wirkliches Finanzprodukt, sondern meint das Abschließen einer neuen Baufinanzierung im Voraus. Der Kreditnehmer wird an so etwas nur dann Interesse haben, wenn er sich dadurch gerade niedrige Zinsen sichern kann. Egal, welche Form der Baufinanzierung man gewählt hat, es ist immer möglich, sich mittels des Forwarddarlehens Zinsen zu sichern. Jedoch wird der Kreditgeber sich dieses durch einen kleinen Aufschlag bezahlen lassen. Man kann dabei auch die Faustregel anwenden, je länger man sich die Zinsen sichern lassen möchte, umso höher wird dieser Aufschlag ausfallen. Auch ist es ungewiss, ob die Zinsen zum tatsächlichen Starttermin dann wieder höher sind, als die, die man sich hat sichern lassen. Es kann auch der umgekehrte Fall eintreten und dann hat man ein schlechtes Geschäft gemacht.Sie sollten ihn jedem Fall mit einem guten Finanzierungsrechner überprüfen, ob sich das Forwarddarlehen lohnt.

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