Vorsicht Vergleichsportale!

Vergleichsportale gibt es online mittlerweile wie Sand am Meer. Wem sie nützen, ist jedoch von Fall zu Fall abhängig. Die Möglichkeit, aus einer Vielzahl von konkurrierenden Angeboten kostenlos und unproblematisch das günstigste auswählen zu können, hat zweifellos Vorteile. Zuallererst für den Betreiber des Portals, der seine Dienstleistung von den teilnehmenden Anbietern vergütet bekommt. Darüber hinaus unter Umständen auch für den Nutzer, allerdings mit gewissen Einschränkungen. Es kommt zunächst darauf an, ob der Nutzer genau weiß, was er benötigt. Ist dies der Fall und existieren tatsächlich mehrere Angebote am Markt, die genau dies bieten, so ist der Preis das ausschlaggebende Kaufargument. Wenn denn auch alle relevanten Anbieter in dem jeweiligen Portal gelistet sind, bietet sich auf diese Weise eine vorzügliche Möglichkeit, mit wenig Aufwand unter Umständen viel Geld zu sparen. In der TV-Werbung sind solche Szenarien, etwa bei ein und demselben Hotelzimmer, aufgeführt. Problematisch wird das ganze nur dann, wenn der Kunde eben nicht genau weiß, was er möchte. Ob ihm dies bewusst oder unbewusst ist, ist insoweit nicht entscheidend. Sofern die einzelnen Angebote, die anhand der wenigen einzugebenden Angaben herausgefiltert werden, jeweils inhaltlich nur zum Teil übereinstimmen, vergleicht man – bewusst oder unbewusst – Äpfel mit Birnen. Deutlich wird dies insbesondere bei Versicherungen. Die Annahme, mehrere Versicherungsgesellschaften würden bei einer gleichartigen Police mit einer identischen Höhe der Absicherung auch nur annähernd das Gleiche bieten, ist leider fern jeder Realität (und von Seiten der Versicherungen auch gewünscht). Tendenziell ist es vielmehr so, dass die billigsten Angebote die meisten Haken und Ösen aufweisen. Bevor man den vermeintlich günstigsten Vertrag abschließt, der für die gewünschte Leistung angeboten wird, sollte man nicht nur den Preis, sondern auch die Versicherungsbedingungen vergleichen. Eine besonders niedrige Versicherungsprämie ist oftmals weniger ein Schnäppchen als vielmehr rausgeschmissenes Geld. Die einzige Form der Absicherung, bei der ein Vergleichsportal mehr bieten kann, als nur einen mehr oder weniger groben Anhaltspunkt, ist eine Risiko-Lebensversicherung, bei der für ein und denselben Kunden und eine konkrete Versicherungssumme für eine bestimmte Laufzeit tatsächlich die günstigste Versicherung auch die beste ist. Abgeschlossen wird sie in der Praxis immer dann, wenn eine mögliche Hinterbliebenenversorgung für den Todesfall zu gewährleisten ist. Auch hohe bestehende Verbindlichkeiten, beispielsweise in Zusammenhang mit einer Immobilienfinanzierung, sind häufig eine Notwendigkeit, entsprechende Vorsorge zu treffen. Bei den Konditionen für eine Immobilienfinanzierung selbst sieht es schon wieder ganz anders aus, was den Nutzwert von Online-Portalen angeht. Grobe Richtwerte und Anhaltspunkte: Ja. Tatsächlich erhältliche Zinssätze, auf die man im wahrsten Sinne bauen kann: Häufig nein.

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