Wie teuer ist ein Ratenkredit?

Wie teuer ein Ratenkredit ist, hängt von folgenden Faktoren ab: Höhe des Kredits, Laufzeit und Zinssatz. Hieraus ergibt sich die gesamte während der Kreditlaufzeit vom Kreditnehmer zurückzuzahlende Summe. Die Gesamtsumme ergibt, geteilt durch die Anzahl der (meist monatlichen) Fälligkeiten die Kreditrate. 
Die Kreditrate enthält einen Tilgungsanteil, der die bestehende Restschuld sukzessive während der Kreditlaufzeit reduziert, und die Finanzierungskosten. Dies sind insbesondere die Kreditzinsen. Bei Ratenkrediten ist es üblich, dass der Zinssatz für die gesamte Laufzeit von vorn herein fest vereinbart wird. Meistens sind längere Laufzeiten von beispielsweise 60 oder 72 Monaten etwas teurer als kurze Laufzeiten von 12 oder 24 Monaten. Dennoch kann eine längere Kreditlaufzeit mitunter angeraten sein, um die monatliche Belastung problemloser im Rahmen des zur Verfügung stehenden Budgets des Kreditnehmers halten zu können.
Neben den Kreditzinsen ist eine Kreditbearbeitungsgebühr ein recht häufig anzutreffender Kostenbestandteil bei Ratenkrediten. Sie ist einmalig bei der Vergabe des Kredites fällig und beläuft sich auf 1 bis 3 Prozent der Kreditsumme. Sie verteuert den Kredit allerdings nicht zwangsläufig, da sie bereits im Effektivzins, den alle Kreditinstitute anzugeben verpflichtet sind, enthalten ist. Dies bedeutet, dass ein optisch sehr niedriger Zinssatz für den Kredit effektiv, unter Berücksichtigung einer Bearbeitungsgebühr, dazu führt, dass die Konditionen doch teurer sind, als man auf den erten Blick denken könnte. Wenn man den Ratenkredit planmäßig tilgt, also weder Sondertilgungen leistet oder ratenaussetzungen in Anspruch nimmt und auch keine vorzeitige Ablösung des Kredits vornimmt, ist es gehupft wie gesprungen, ob man einen Kredit mit oder ohne Berbeitungsgebühr abschließt, solange der Effektivzins günnstig ist. Ansonsten ist unter sonst gleichen Umständen der Kredit ohne Bearbeitungsgebühr der günstigere. Denn: Die einmalige Gebühr wird grundsätzlich nicht, auch nicht teilweise, erstattet, falls der Ratenkredit vom Kreditnehmer vorzeitig zurückgezahlt wird.
Ansonsten sollte man darauf achten, ob man unter Umständen mit weiteren Zusatzkosten konfrontiert werden kann. Üblich ist es heutzutage mittlerweile, dass Sondertilgungen und Ratenaussetzungen innerhalb festgelegter Höchstbeträge bzw. -grenzen ohne zusätzliche Kosten für den Kreditnehmer sind. Aufpassen sollte man auch bei Versicherungen, die mitunter im Zusammenhang mit dem Ratenkredit angeboten werden. Diese sollen bestimmte Risiken für den Kunden (und natürlich auch für die Bank) abfedern, zum Beispiel in Form einer Lebensversicherung, manchmal auch das Risiko, dass die Raten infolge von Arbeitslosigkeit oder längerer Krankheit nicht mehr vereinbarungsgemäß gezahlt werden können. Je nach Höhe der Kredite und unter Berücksichtigung der finanziellen und familiären Verhältnisse der Kunden können derartige Versicherungen durchaus Sinn machen. Anders als die Konditionen für den reinen Kredit alleine sind die Kosten für diese Versicherungen jedoch schwer zu durchschauen. An dieser Stelle sollte man also unbedingt Vergleichsangebote einholen, damit ein an und für sich günstiger Ratenkredit nicht im Ergebnis doch unnötig teuer wird.

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