Baufinanzierung – das niedrige Zinsniveau richtig nutzen

Wer derzeit auf der Suche nach eine Baufinanzierung ist, kann sich freuen, da die Baufinanzierungskonditionen zurzeit besonders günstig sind.  Egal ob Sie eine Immobilie kaufen möchten, ein Haus bauen wollen oder ein Darlehen für Renovierungsmaßnahmen benötigen, selten war das Baugeld so günstig wie zurzeit. Dies hat zur Folge, dass die monatliche Belastung aus einer Baufinanzierung sogar günstiger ausfallen kann als die Mietzahlung. Natürlich hängt dies auch davon ab, wie hoch der erforderliche Finanzierungsbedarf ist und wie viel Eigenkapital zur Verfügung steht und eingebracht werden kann. Selbst bei einer Baufinanzierung ohne Eigenkapital ist die monatliche Belastung häufig so günstig, dass man sich den Traum vom Eigenheim auch ohne Eigenkapital erfüllen kann.

Es bieten sich viele Möglichkeiten, das zurzeit niedrige Zinsniveau sinnvoll bei einer Immobilienfinanzierung zu nutzen. Beispielsweise könnte man den Tilgungsanteil bei einem klassischen Annuitätendarlehen erhöhen und nicht nur eine 1%-tige Tilgung wählen. Wer ausreichend verdient und noch genügend Spielraum in seiner Haushaltsrechnung hat, könnte gleich zu Beginn der Darlehenslaufzeit eine erhöhte Tilgung wählen. Dies hat zur Folge, dass die Restschuld zum Ende der Sollzinsfestschreibung erheblich geringer ausfällt, als bei einer 1%-tigen Regeltilgung. Diverse Banken bieten sogar auch die Möglichkeit, dass der Tilgungssatz während der Sollszinsfestschreibung kostenlos gewechselt werden darf. So könnte man beispielsweise den Tilgungssatz erhöhen, wenn man es sich leisten kann und wieder senken, wenn die Einkommenssituation mal nicht so gut aussehen sollte. Gerade in Zeiten wo Familienzuwachs zu erwarten ist und ein Ehepartner seinem Beruf nicht ausüben kann, könnte es von Vorteil sein, wenn man den Tilgungssatz senken kann. Denn durch diese Maßnahme sinkt natürlich auch die monatliche Belastung und man kann den Verdienstausfall wieder kompensieren.

Alternativ kann man sich natürlich auch schneller entschulden, indem man während der Sollzinsfestschreibung – neben der üblichen Tilgung – zusätzlich Sondertilgungen leistet. Es gibt zwei Arten von Sondertilgungen, die man vertraglich festhalten kann. Einmal die optionalen Sondertilgungen, bei denen man einmal jährlich die Möglichkeit hat eine Sonderzahlung zu leisten, dies aber nicht unbedingt muss. Wenn hingegen feste Sondertilgungen vereinbart werden, muss eine Sonderzahlung auch erbracht werden. Dies ist aber immer nur dann ratsam, wenn man genau weiß, dass das Geld für die zukünftige Sonderzahlung auch tatsächlich zur Verfügung hat. Optionale Sondertilgungen sind meistens einmal jährlich i.H.v. 5% der Darlehenssumme möglich.

Empfehlenswert wäre beispielsweise aber auch, wenn man neben der 1%-tigen Tilgung einen zusätzlichen Beitrag in einem Sparvertrag – welcher Art auch immer – anspart, um die aufgenommenen Darlehensmittel schneller zurückzahlen zu können. Dieser zusätzliche Sparbeitrag könnte zum Beispiel in einem Bausparvertrag fließen oder in Fonds investiert werden. Je nach Ansparvariante könnten dann in der Zukunft zusätzliche Sondertilgungen erbracht oder das Zinsänderungsrisiko ausgeschlossen werden. Von einem Zinsänderungsrisiko spricht man immer dann, wenn die Zinsen zum Ende der Sollzinsfestschreibung angestiegen sind. Durch die angestiegenen Zinsen, würde dann natürlich auch die monatliche Belastung in die Höhe schnellen, worin das Risiko liegt. Dieses Risiko könnte beispielsweise durch einen zuteilungsreifen Bausparvertrag ausgeschlossen werden. Denn bei einem Bausparvertrag wird der zukünftige Bauspar-Darlehenszinssatz bereits heute garantiert. Hingegen sind die zukünftigen Konditionen von den Entwicklungen am Geld- und Kapitalmarkt abhängig. Wenn diese stark steigen, dann besteht die Gefahr, dass die monatliche Belastung nicht mehr tragbar ist. Lassen Sie sich daher unabhängig beraten und bringen Ihre individuellen Wünsche in die Immobilienfinanzierung ein.

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