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Vermögenswirksame Leistungen: 3 Möglichkeiten

Mittwoch, 20. Juni 2012

Wer Vermögenswirksame Leistungen von seinem Arbeitgeber erhält, hat ein Luxusproblem. Dieses besteht darin, sich zu entscheiden, auf welche Weise der Vermögensaufbau betrieben werden soll. Der Gesetzgeber hat in den Rahmenbedingungen, dem 5. Vermögensbildungsgesetz, mehrere Optionen zugelassen, die geeignet für die Anlage der Vermögenswirksamen Leistungen sind. In der Praxis kommen jedoch nahezu ausschließlich Sparpläne in Investmentfonds sowie ein Bausparvertrag zum Einsatz.
Fonds, die für Vermögenswirksame Leistungen geeignet sind, müssen das ihnen anvertraute Kapital der Anleger zu einem maßgeblichen Teil in Aktien anlegen. Andernfalls wären die eingezahlten Beträge nicht förderberechtigt, d.h., auch bei Vorliegen aller Tatbestandsvoraussetzungen würde dem Sparer keine Arbeitnehmer-Sparzulage zustehen. Aus diesem Grund stehen nur Aktienfonds für die Anlage von Vermögenswirksamen Leistungen zur Verfügung. Entsprechend muss der Anleger mit höheren Schwankungen der Anteilspreise während der Laufzeit des Sparvertrags rechnen. Einerseits ist eine höhere Rendite möglich als mit konservativeren Formen der Geldanlage, andererseits sind auch Verluste nicht auszuschließen, insbesondere wenn das Ruhejahr nach Ablauf der Einzahlungsphase des Vermögenswirksamen Sparvertrags ein außergewöhnlich schlechtes Börsenjahr sein sollte. Man kann jedoch das angesparte Guthaben auch nach Fälligkeit des Sparvertrags bis zu einer Kurserholung stehen lassen, ist also nicht zu einem zeitnahen Verkauf gezwungen.
Bausparen ist nicht mit den Risiken von Fonds verbunden, unter Umständen weniger Geld ausgezahlt zu bekommen, als in den Sparvertrag in Form von Vermögenswirksamen Leistungen geflossen ist. Die erzielbare Rendite ist begrenzt, bei bestimmten Tarifen jedoch von vorn herein kalkulierbar. Misslich bei Abschluss eines Bausparvertrags ist die Abschlussgebühr, die vorrangig aus den Einzahlungen bedient wird und die Rendite mindert. Vorteilhaft ist die Anlage der Vermögenswirksamen Leistungen insbesondere dann, wenn der Sparer davon ausgeht, zu einem späteren Zeitpunkt eine Baufinanzierung in Angriff zu nehmen. Das angesparte Bausparguthaben kann in diesem Fall bereits einen soliden Grundstock für ein späteres Bauspardarlehen darstellen.
Die dritte Variante besteht darin, die VL in einen Zuschuss des Arbeitgebers zu einer betrieblichen Altersvorsorge (bAV) umwandeln zu lassen. Der Vorteil liegt in diesem Fall darin, dass man (innerhalb gesetzlicher Höchstbeträge) steuer- und sozialabgabenfrei anspart, also aus dem Brutto statt aus dem Netto. Der Nachteil ist die längere Vertragslaufzeit (frühestmöglicher Leistungsbeginn ist das 62. Lebensjahr) gegenüber einem VL-Vertrag mit einer Laufzeit von grundsätzlich sieben Jahren.

Keine VL?

Donnerstag, 19. Mai 2011

Die Anlage von kleinen monatlichen Sparbeiträgen im Rahmen eines Sparvertrags für Vermögenswirksame Leistungen (VL) ermöglicht in der Praxis praktisch jedem Arbeitnehmer, kostengünstig und mit der Option auf staatliche Zuschüsse in Form der steuerfreien Arbeitnehmer-Sparzulage den Aufbau von Vermögen unkompliziert in die Wege zu leiten. Der überwiegende Teil der Arbeitnehmer erhält heutzutage VL, sei es aufgrund von Tarifverträgen, Betriebsvereinbarungen oder einzelvertraglichen Regelungen. Wer zur Minderheit zählt, geht jedoch nicht zwangsläufig leer aus. Alternativ lässt sich mit dem Arbeitgeber nämlich vereinbaren, dass dieser die Sparbeiträge als Gehaltsbestandteil an die Fondsgesellschaft bzw. die Bausparkasse überweist. Dies tut weder der Rendite noch der Förderberechtigung Abbruch. Vor dem Abschluss sollte man sich bemühen, einen besonders kostengünstigen VL-Vertrag als Instrument zur Geldanlage zu erhalten. Bei einem Sparvertrag mit jährlich geringer Flatrate als Depotgebühr und dem Kauf von Fonds ohne Ausgabeaufschlag spart man auf mittlere bis längere Sicht erheblich. Hierum muss sich der Arbeitnehmer allerdings selbstständig bemühen. Im Unterschied zur bAV (Betriebliche Altersvorsorge), bei der der Arbeitgeber den Anbieter (gegebenenfalls im Benehmen mit dem Mitarbeiter) festlegt, ist die Auswahl des Anbieters bei Vermögenswirksamen Leistungen Sache des Arbeitnehmers: Der Arbeitgeber erhält lediglich einen Auftrag, welchen Betrag er wohin überweisen soll.

Betriebsrente

Freitag, 25. März 2011

Die Betriebliche Altersvorsorge hat eine lange Tradition, war jedoch lange Zeit für breite Bevölkerungsschichten unzugänglich bzw. vergleichsweise uninteressant. In erster Linie wurden hiermit Geschäftsführer, Vorstandsmitglieder und leitende Angestellte durch ihren Arbeitgeber für den Eintritt in den Ruhestand durch Zusage einer Betriebsrente finanziell abgesichert. Dieser Personenkreis zeichnet sich noch heute dadurch aus, dass er über keine bzw. keine nennenswerten Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung verfügt und entsprechend auf andere regelmäßige Einkünfte als Altersvorsorge für die Zeit des Ruhestands angewiesen ist.
Die Betriebsrente wurde jedoch zunehmend für nahezu alle Arbeitnehmer interessanter. Einerseits steigt der Bedarf an Zusatzeinkünften über die gesetzliche Rente hinaus, da die Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung zunehmend geringer ausfallen werden. Andererseits wurde die Betriebsrente durch mehrere Reformen zunehmend attraktiver gestaltet, und zwar sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber. Der am häufigsten gewählte Durchführungsweg der bAV, eine Direktversicherung, zeichnet sich durch ein Minimum an Verwaltungsaufwand und ein hohes Maß an Flexibilität für alle Beteiligten aus. Der Arbeitgeber als Versicherungsnehmer überweist die Versicherungsprämien an die Versicherungsgesellschaft; der Arbeitnehmer fungiert als versicherte Person. Wer die Beiträge letztlich aufbringt, der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer oder beide gemeinsam, ist Verhandlungssache bzw. ergibt sich aus Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen. Ungeachtet dessen sind die Beiträge innerhalb bestimmter Grenzen steuerfrei und sozialversicherungsfrei. Speziell die Sozialabgabenfreiheit erhöht die Attraktivität für beide Seiten: Der Arbeitnehmer spart aus dem Brutto statt aus dem Netto; der Arbeitgeber wird hinsichtlich der Lohnnebenkosten entlastet. Welche Versicherungen für eine Direktversicherung empfehlenswert sind und gute Konditionen bieten, können unabhängige Finanzberater, die nicht an eine bestimmte Gesellschaft gebunden sind, beurteilen.

Betriebsrente für Arbeitnehmer

Freitag, 21. Januar 2011

Durch die Betriebliche Altersvorsorge erwirtschaften Arbeitnehmer eine garantierte, lebenslange Betriebsrente zur Stärkung der Altersvorsorge. Die Beiträge werden, egal ob von Arbeitnehmer, Arbeitgeber oder gemeinsam getragen, durch staatliche Fördermaßnahmen begünstigt: Gemäß § 3 Nr. 63 EStG ist die betriebliche Altersversorgung bis zu 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze (West) sowohl steuerfrei als auch sozialversicherungsfrei.
Das angesparte Kapital unterliegt der Unantastbarkeit. Es bestehen sowohl bei ALG-II-Bezug (Hartz IV) als auch bei einem Pflegefall eines unterhaltsberechtigten Familienangehörigen keine staatlichen Zugriffsmöglichkeiten.
Die Ansprüche aus der betrieblichen Altersvorsorge sind – anders als die Anwartschaften bzw. Vermögen der sogenannten ersten Vorsorgeschicht (Gesetzliche Rente und Rürup-Rente) – kapitalisierbar: Eine Entnahme von bis zu 30 Prozent des angesparten Vermögens ist, genau wie beim Pendant der zweiten Schicht, der Riester-Rente, bei Rentenbeginn zur freien Verfügung möglich. Insoweit ist die bAV flexibler als die (ebenfalls steuerbegünstigte) Rürup-Rente.

Wie geht man die private Altersvorsorge an?

Montag, 10. Januar 2011

Die Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung werden nach heutigem Stand für einen Großteil der Bevölkerung nicht mehr ausreichend sein, um für die Zeit nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben einen ausreichenden oder gar angemessenen Lebensstandard zu gewährleisten. Private Vorsorge für das Alter ist insoweit unumgänglich, um bestehenden bzw. abzusehenden Lücken hinsichtlich der Altersvorsorge zu begegnen.
Die Art und Weise der Vorsorge kann auf verschiedene Wege erfolgen. Kapitalbildende Versicherungen sind hierbei eine von mehreren Optionen. Grundsätzlich sollten bei der Wahl der geeigneten Produkte die individuelle Zielsetzung, die Laufzeit und die persönliche Risikobereitschaft im Vordergrund stehen. Gleichzeitig sollten die Kosten, die in Zusammenhang mit der jeweiligen Geldanlage anfallen, sorgsam verglichen werden. Prüfenswert sind darüber hinaus die Angebote seitens des Staates, durch eine Förderung in Form von direkten Zulagen oder Steuervergünstigungen einen Beitrag zur privaten Altersvorsorge zu leisten. Die Betriebliche Altersvorsorge zählt unter bestimmten Voraussetzungen hierzu, ebenso wie die Riester-Rente und die Rürup-Rente.
Neben Versicherungen kommen Sparpläne sowie Fondssparpläne zum langfristigen Vermögensaufbau in Betracht. Auch eine selbstgenutzte Wohnimmobilie, die mit Eintritt in den beruflichen Ruhestand lastenfrei ist, stellt aufgrund der ersparten Miete ein weit verbreitetes Instrument für die private Altersvorsorge dar. Die entsprechende Immobilienfinanzierung sollte deshalb frühzeitig durch Bemessung der notwendigen Tilgungsleistungen strukturiert werden.

Die Riester-Rente

Mittwoch, 29. September 2010

Die nach dem ehemaligen Bundesarbeitsminister Riester benannte Riester-Rente wurde eingeführt, um den Bürgern die Möglichkeit zu geben, staatlich reguliert die vorgenommenen Einschnitte bei der gesetzlichen Rentenversicherung zu kompensieren. Als Anreiz hierfür wurden staatliche Förderungsmechanismen installiert.
Die Riester-Rente ermöglicht es den Bürgern, staatlich gefördert eine zusätzliche private Altersvorsorge zu betreiben als Ergänzung zu den Ansprüchen aus der gesetzlichen Rentenversicherung, einer betrieblichen Altersversorgung, der ebenfalls staatlich geförderten Rürup-Rente und privaten Altersvorsorgeverträgen wie beispielsweise einer privaten Rentenversicherung oder einer Kapitallebensversicherung.
Inwieweit der Abschluss einer Riester-Rente individuell eine interessante Option darstellt, um absehbare Lücken in der Altersvorsorge zu schließen, die dadurch entstehen, dass die Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung nicht ausreichen, den gewohnten oder zumindest den anvisierten Lebensstandard abzusichern, hängt von mehreren Faktoren ab, die es im Einzelfall zu prüfen gilt. Insbesondere ist zu klären, ob man zu dem geförderten Personenkreis zählt: Dieser umfasst alle rentenversicherungspflichtigen Personen, also sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmer und bestimmte Gruppen von Selbstständigen, sowie Beamte und sonstige Empfänger von Amtsbezügen. Ein weiterer Schritt ist dann die Auswahl aus den diversen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, sich die staatliche Förderung für die Riester-Rente zu sichern (Rentenversicherung, Fondssparplan, Banksparplan, Bausparvertrag und Eigenheimrente, besser bekannt als “Wohn-Riester“).
Herausragend interessant ist die Riester-Rente für nicht Förderberechtigte, z.B. Hausfrauen, deren Ehepartner die Riester-Förderung erhalten. Hier besteht die Möglichkeit, eine “Umsonst-Rente“ zur Unterstützung der Altersvorsorge zu erhalten.