Artikel-Schlagworte: „Betriebliche Altersvorsorge“

Betriebsrente

Freitag, 25. März 2011

Die Betriebliche Altersvorsorge hat eine lange Tradition, war jedoch lange Zeit für breite Bevölkerungsschichten unzugänglich bzw. vergleichsweise uninteressant. In erster Linie wurden hiermit Geschäftsführer, Vorstandsmitglieder und leitende Angestellte durch ihren Arbeitgeber für den Eintritt in den Ruhestand durch Zusage einer Betriebsrente finanziell abgesichert. Dieser Personenkreis zeichnet sich noch heute dadurch aus, dass er über keine bzw. keine nennenswerten Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung verfügt und entsprechend auf andere regelmäßige Einkünfte als Altersvorsorge für die Zeit des Ruhestands angewiesen ist.
Die Betriebsrente wurde jedoch zunehmend für nahezu alle Arbeitnehmer interessanter. Einerseits steigt der Bedarf an Zusatzeinkünften über die gesetzliche Rente hinaus, da die Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung zunehmend geringer ausfallen werden. Andererseits wurde die Betriebsrente durch mehrere Reformen zunehmend attraktiver gestaltet, und zwar sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber. Der am häufigsten gewählte Durchführungsweg der bAV, eine Direktversicherung, zeichnet sich durch ein Minimum an Verwaltungsaufwand und ein hohes Maß an Flexibilität für alle Beteiligten aus. Der Arbeitgeber als Versicherungsnehmer überweist die Versicherungsprämien an die Versicherungsgesellschaft; der Arbeitnehmer fungiert als versicherte Person. Wer die Beiträge letztlich aufbringt, der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer oder beide gemeinsam, ist Verhandlungssache bzw. ergibt sich aus Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen. Ungeachtet dessen sind die Beiträge innerhalb bestimmter Grenzen steuerfrei und sozialversicherungsfrei. Speziell die Sozialabgabenfreiheit erhöht die Attraktivität für beide Seiten: Der Arbeitnehmer spart aus dem Brutto statt aus dem Netto; der Arbeitgeber wird hinsichtlich der Lohnnebenkosten entlastet. Welche Versicherungen für eine Direktversicherung empfehlenswert sind und gute Konditionen bieten, können unabhängige Finanzberater, die nicht an eine bestimmte Gesellschaft gebunden sind, beurteilen.

Betriebsrente für Arbeitnehmer

Freitag, 21. Januar 2011

Durch die Betriebliche Altersvorsorge erwirtschaften Arbeitnehmer eine garantierte, lebenslange Betriebsrente zur Stärkung der Altersvorsorge. Die Beiträge werden, egal ob von Arbeitnehmer, Arbeitgeber oder gemeinsam getragen, durch staatliche Fördermaßnahmen begünstigt: Gemäß § 3 Nr. 63 EStG ist die betriebliche Altersversorgung bis zu 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze (West) sowohl steuerfrei als auch sozialversicherungsfrei.
Das angesparte Kapital unterliegt der Unantastbarkeit. Es bestehen sowohl bei ALG-II-Bezug (Hartz IV) als auch bei einem Pflegefall eines unterhaltsberechtigten Familienangehörigen keine staatlichen Zugriffsmöglichkeiten.
Die Ansprüche aus der betrieblichen Altersvorsorge sind – anders als die Anwartschaften bzw. Vermögen der sogenannten ersten Vorsorgeschicht (Gesetzliche Rente und Rürup-Rente) – kapitalisierbar: Eine Entnahme von bis zu 30 Prozent des angesparten Vermögens ist, genau wie beim Pendant der zweiten Schicht, der Riester-Rente, bei Rentenbeginn zur freien Verfügung möglich. Insoweit ist die bAV flexibler als die (ebenfalls steuerbegünstigte) Rürup-Rente.

Die Riester-Rente

Mittwoch, 29. September 2010

Die nach dem ehemaligen Bundesarbeitsminister Riester benannte Riester-Rente wurde eingeführt, um den Bürgern die Möglichkeit zu geben, staatlich reguliert die vorgenommenen Einschnitte bei der gesetzlichen Rentenversicherung zu kompensieren. Als Anreiz hierfür wurden staatliche Förderungsmechanismen installiert.
Die Riester-Rente ermöglicht es den Bürgern, staatlich gefördert eine zusätzliche private Altersvorsorge zu betreiben als Ergänzung zu den Ansprüchen aus der gesetzlichen Rentenversicherung, einer betrieblichen Altersversorgung, der ebenfalls staatlich geförderten Rürup-Rente und privaten Altersvorsorgeverträgen wie beispielsweise einer privaten Rentenversicherung oder einer Kapitallebensversicherung.
Inwieweit der Abschluss einer Riester-Rente individuell eine interessante Option darstellt, um absehbare Lücken in der Altersvorsorge zu schließen, die dadurch entstehen, dass die Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung nicht ausreichen, den gewohnten oder zumindest den anvisierten Lebensstandard abzusichern, hängt von mehreren Faktoren ab, die es im Einzelfall zu prüfen gilt. Insbesondere ist zu klären, ob man zu dem geförderten Personenkreis zählt: Dieser umfasst alle rentenversicherungspflichtigen Personen, also sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmer und bestimmte Gruppen von Selbstständigen, sowie Beamte und sonstige Empfänger von Amtsbezügen. Ein weiterer Schritt ist dann die Auswahl aus den diversen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, sich die staatliche Förderung für die Riester-Rente zu sichern (Rentenversicherung, Fondssparplan, Banksparplan, Bausparvertrag und Eigenheimrente, besser bekannt als “Wohn-Riester“).
Herausragend interessant ist die Riester-Rente für nicht Förderberechtigte, z.B. Hausfrauen, deren Ehepartner die Riester-Förderung erhalten. Hier besteht die Möglichkeit, eine “Umsonst-Rente“ zur Unterstützung der Altersvorsorge zu erhalten.