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Wie viel Schutz muss sein?

Montag, 18. April 2011

Mieter benötigen keine Sturm- und Wasserversicherung. Diese ist Sache des Hausbesitzers, welcher in der Regel die Auswahl der jeweiligen Wohngebäudeversicherung an die Hausverwaltung delegiert. Jugendliche, die das Elternhaus in Richtung erster eigener Bude verlassen, benötigen eine eigenständige Privathaftpflichtversicherung, da sie mit eigenem Wohnsitz nicht mehr über die Eltern mitversichert sind. Zieht hingegen in besagte Bude der oder die Lebensabschnittsverschöner(in) mit ein, ist eine gemeinsame Haftpflichtpolice ausreichend. Diese Beispiele verdeutlichen, wie wichtig es ist, anlassbezogen seinen Versicherungsschutz zu überprüfen.
Welche Versicherungen man überhaupt benötigt, hängt einerseits von den persönlichen Lebensumständen wie den familiären und beruflichen Verhältnissen ab, andererseits vom persönlichen individuellen Sicherheitsbedürfnis. Ein Muss neben den gesetzlich vorgeschriebenen Pflichtversicherungen (Krankenversicherung, Pflegeversicherung, gegebenenfalls Arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung, gesetzliche Unfallversicherung, Kfz-Haftpflicht und Wohngebäudeversicherung) stellt die Privathaftpflicht dar. Hieran zu sparen, ist mindestens falscher Geiz, wenn nicht schlicht dumm.
Sofern ein Haushalt mit einem Alleinverdiener oder Hauptverdiener eine Baufinanzierung in Angriff nimmt, empfiehlt sich darüber hinaus der Abschluss einer Risikolebensversicherung. Diese schließt das Risiko aus, dass die Hinterbliebenen nicht in der Lage sind, den Kapitaldienst zu leisten und die Bank entsprechend gezwungen ist, Zwangsmaßnahmen zur Verwertung der Immobilie in die Wege zu leiten. Auch Familien, die nicht in eigenen vier Wänden wohnen, sollten zur Absicherung der Kinder für den Fall eines Falles entsprechend Vorsorge treffen.
Für jedermann stellen sich darüber hinaus Fragen hinsichtlich des Schutzes gegen mögliche Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit, sei es durch Alter, Krankheit, Verschleiß oder Unfall. Eine gesetzliche Absicherung ist in den meisten Fällen nicht existent oder unterhalb des Sozialhilfeniveaus anzusiedeln. Mit den Vor- und Nachteilen einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder alternativen Schwere Krankheiten Vorsorge sollte man sich besser früher als später auseinandersetzen.

Kredite nicht bei Versicherungen aufnehmen

Freitag, 28. Januar 2011

Bei Versicherungen sind Beitragszuschläge für eine unterjährige Zahlungsweise nicht unüblich. Sie werden gemeinhin mit dem damit verbundenen Verwaltungsaufwand für die Versicherungsunternehmen begründet. Bemerkenswert sind jedoch in aller Regel die Kosten, die sich für den Versicherungsnehmer, der auf diese Weise einen Kredit aufnimmt, hierdurch ergeben. Nicht selten sind im Ergebnis Zuschläge einkalkuliert, die sich auf Basis des Effektiven Jahreszinses teurer darstellen als die Inanspruchnahme eines Dispositionskredites auf einem Girokonto.
Versicherte sollten derartige Beitragszuschläge aus diesem Grunde generell meiden. Zuschläge, die eine Versicherungsgesellschaft als Risikozuschlag angesichts der individuellen Einschätzung des Eintritts des Leistungsfalles verhängt, beispielsweise bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung, sind hiervon zu unterscheiden. Sie lassen sich häufig nur im Vorfeld des Abschlusses durch einen ausführlichen Vergleich mehrerer Anbieter in Verbindung mit anonymisierten Voranfragen ermitteln und gegebenenfalls mindern oder vermeiden. Eine unabhängige Finanzberatung ist hierfür eine gute Anlaufstelle.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Donnerstag, 11. November 2010

Zur Absicherung des Risikos, das darin besteht, seinen Beruf nicht mehr ausüben zu können, hat sich in Deutschland seit einiger Zeit die privat abgeschlossene Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) etabliert. Sie leistet eine Rente bei Eintritt des Versicherungsfalles, wenn der Versicherungsnehmer aus gesundheitlichen Gründen seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Der Vormarsch der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung hängt damit zusammen, dass der gesetzliche Schutz im Zuge der Reformen der Sozialversicherung deutlich eingeschränkt wurde: Eine staatliche Berufsunfähigkeitsrente wird grundsätzlich nur noch für Arbeitnehmer bis einschließlich Jahrgang 1960 gezahlt. Entsprechend müssen jüngere Arbeitnehmer sowie Selbstständige generell private Vorsorge betreiben, wenn sie das Risiko der Berufsunfähigkeit finanziell absichern möchten.
Ein Vergleich der am Markt angebotenen Versicherungen zeigt ein deutliches Preisgefälle, was zum Teil damit zusammenhängt, dass sich einzelne Versicherungsgesellschaften auf bestimmte Berufsgruppen spezialisiert haben. Der wichtigste qualitative Unterschied betrifft die Frage der sogenannten Verweisbarkeit. Je nach Ausgestaltung in den Versicherungsbedingungen kann (und wird) der Versicherer gegebenenfalls vor Aufnahme der Rentenzahlung verlangen, dass der Versicherungsnehmer eine andere, mit der bisherigen vergleichbare und entsprechend den Erfahrungen und Kenntnissen des Kunden zumutbare Tätigkeit aufnimmt.

Die Rürup-Rente

Donnerstag, 30. September 2010

Der Gesetzgeber hat durch die Basis-Rente (besser bekannt als Rürup-Rente) die Möglichkeit geschaffen, für die erfolgten Kürzungen im Bereich der gesetzlichen Rentenversicherung private Vorsorge zu annähernd gleichen rechtlichen Rahmenbedingungen betreiben zu können. Für Selbstständige, die nicht in die gesetzliche Rente einzahlen (Pflicht oder freiwillig), ist die Rürup-Rente die einzige Möglichkeit, eine steuerlich geförderte Altersvorsorge aufzubauen. Berechtigt zum Abschluss einer Rürup-Rente ist jeder, ohne Ausnahme.
Zurzeit angebotene Varianten sind: Klassische private Rentenversicherungen, fondsgebundene Rentenversicherungen (Fondspolicen), Mischformen hiervon und Fondssparpläne. Die Beiträge zu einer Rürup-Rente sind mit einem jährlich steigenden Anteil als Sonderausgaben absetzbar bis zu einem jährlichen Höchstbetrag von 20 T€ (Verheiratete 40 T€); auf den Höchstbetrag sind etwaige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung jedoch anzurechnen. Die Auszahlung erfolgt frühestens ab dem 60. Lebensjahr, und zwar ausschließlich – wie die gesetzliche Rente – als persönliche Leibrente. Diese ist anteilig zu versteuern (Rentenbeginn 2010: zu 60 %, steigend bis Rentenbeginn 2040: zu 100 %). Das angesparte Guthaben ist bis zum Rentenbeginn pfändungssicher und insgesamt und Hartz-IV-sicher. Im Gegenzug ist das angesparte Vermögen jedoch weniger flexibel einsetzbar als bei der Riester-Rente: Es ist weder übertragbar, beleihbar noch veräußerbar. Allerdings lassen sich (bis zu insgesamt 49 % des Beitrags) Zusatzversicherungen integrieren: Berufsunfähigkeitsschutz, Erwerbsunfähigkeitsschutz, Hinterbliebenenversorgung. Nur wenn letztere vereinbart wird, ist auch eine Vererbung des angesparten Vermögens auf den überlebenden Ehepartner (und Kinder, soweit und solange Kindergeldanspruch besteht) darstellbar.