Artikel-Schlagworte: „Garantiefonds“

Geldanlage ohne Risiko

Montag, 16. Mai 2011

Man sollte sich von der Illusion verabschieden, es gebe Geldanlagen, die keine Risiken beinhalten! Natürlich gibt es in Einzelfällen (z.B. Tagesgeldkonten bei Banken mit deutscher Einlagensicherung) praktisch kein Verlustrisiko. Allerdings gehen diese risikolosen Formen der Kapitalanlage entsprechend mit niedrigen Renditen einher. Im Zweifelsfall beinhalten sie daher durchaus reale Verlustrisiken, was die Kaufkraft angeht, wenn nämlich die Rendite (nach Steuern!) geringer ausfällt als die Inflationsrate. Wer dieses Dilemma erkannt hat und entsprechend höhere Renditen erwirtschaften will, muss jedoch zwangsläufig bereit sein, auch Risiken einzugehen. Dies bedeutet, dass man sich bewusst sein muss, dass zumindest auf kürzere Frist grundsätzlich auch Verlustrisiken bestehen können, so dass man in Falle eines Verkaufs oder der Auflösung zu einem ungünstigen Zeitpunkt tatsächliche Verluste erleiden würde. Dieses Risiko wird bei manchen Produkten für den Anleger auf den ersten Blick durch Kapitalgarantien eliminiert. Man sollte sich vor dem Kauf jedoch eingehend über die genauen Garantiebedingungen informieren. Spezielle Fonds (Garantiefonds) beispielsweise garantieren den Nominalwert der Anlage, allerdings nur zum Erstverkaufszeitpunkt und grundsätzlich nur zu einem bestimmten Zeitpunkt bzw. ab einer gewissen Mindestlaufzeit. Zudem ist es schwierig, diese Fonds ohne Ausgabeaufschlag zu kaufen, was aufgrund dieser Kosten die Rendite schmälert. Bei Versicherungen ist es ähnlich: Mitunter werden neben der Kapitalgarantie auch Mindestrenditen zugesagt, die man als Anleger jedoch nur realisieren kann, wenn die entsprechenden Vertragsbedingungen eingehalten werden, beispielsweise hinsichtlich einer bestimmten Mindestansparzeit. Bei kapitalbildenden Versicherungen sollte man zum Vermögensaufbau übrigens auf gute Rentenversicherungen setzen, nicht auf Lebensversicherungen. Geldanlage und Todesfallschutz (wie man ihn beispielsweise im Zusammenhang mit einer Baufinanzierung benötigt) gehört getrennt.

Garantiefonds

Freitag, 21. Mai 2010

Garantiefonds bieten bei oberflächlicher Betrachtung das Potenzial eines Eis des Kolumbus: Der Anleger partizipiert an der Performance aussichtsreicher, aber riskanter Geldanlageformen, beispielsweise Aktien oder Rohstoffe, geht jedoch keine Verlustrisiken ein!
Ganz so schön und einfach ist es leider nicht. Die Garantie ist zum Einen in ihrer Werthaltigkeit abhängig von der Bonität des Garantiegebers (vgl. Lehman Brothers Inc.), zum Anderen gilt sie grundsätzlich nur zum Laufzeitende des Fonds. Ausgabeaufschläge werden grundsätzlich nicht von der Garantie eingeschlossen. Mögliche Verlustrisiken zum Laufzeitende bestehen somit in Höhe der Ausgabeaufschläge, darüber hinaus auch in den Kursgewinnen, die der Fonds zum Zeitpunkt des Kaufs womöglich bereits erwirtschaftet hat. Während der Laufzeit hingegen unterliegt auch ein Garantiefonds den üblichen Kursschwankungen. Auch bei der Partizipation an einer positiven Wertentwicklung des Basiswertes, z.B. einem Aktienindex oder einem Rohstoffkorb, gilt es Abstriche zu machen. Der Anleger nimmt hieran grundsätzlich nicht vollständig teil, sondern nur zu einem bestimmten Prozentsatz, der zum Zeitpunkt der Emission festgelegt wird. Auch die konkrete Berechnungsmethode bedarf eines Blicks in die jeweiligen Verkaufsunterlagen; nicht unüblich bei der Berechnung der Performance des Basiswertes und damit der Wertentwicklung des Fonds sind etwa Durchschnittskurse. Zu guter Letzt bedarf es einer genauen Betrachtung des Basiswertes. Bei einem Aktienindex oder Aktienkorb stellt sich die Frage, inwieweit Dividenden in die Berechnung der Wertentwicklung einfließen (wie bei einem sog. Performanceindex, etwa dem DAX) oder beim Emittenten verbleiben (wie bei einem sog. Kursindex, z.B. dem DJ Euro Stoxx 50). Bei Rohstoffindizes oder -körben gibt es demgegenüber noch weitaus kompliziertere Rahmenbedingungen, mit denen sich der Anleger auseinandersetzen sollte, bevor er investiert.