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Weitere Zinserhöhung in Sicht

Dienstag, 14. Juni 2011

Ausgehend von den jüngsten Äußerungen seitens des EZB-Präsidenten ist mit einer weiteren Erhöhung des Leitzinses in absehbarer Zeit, vermutlich sogar in einem Monat, zu rechnen. Unabhängig davon, wie hoch dieser ausfallen wird, ist in jedem Falle davon auszugehen, dass Sparer weiterhin mit nicht eben üppigen Renditen für ihre klassischen Geldanlagen leben müssen und dass Baugeld sich zwar weiter von den historischen Tiefstständen im letzten Herbst entfernen wird, aber dennoch im langfristigen Vergleich als sehr günstig zu bezeichnen ist. Inwieweit der sich abzeichnende Trend weg vom billigen Geld nachhaltig sein wird und man auf mittlere Sicht wieder – bei weiteren möglichen Zinserhöhungen oder, insbesondere bei längeren Laufzeiten, durch Angebot und Nachfrage – von höheren Zinsen sprechen kann, ist aus heutiger Sicht noch völlig spekulativ. Wesentliche Einflussfaktoren sind hierbei Konjunktur und Inflation, welche ihrerseits wiederum nicht völlig unabhängig voneinander sind. Für Geldanleger gewinnen in einem Szenario steigender Zinsen tendenziell Geldmarktfonds, die als Fonds ohne Ausgabeaufschlag beim Erwerb in der Regel mit keinen Nebenkosten verbunden sind, wieder an Attraktivität im Vergleich zu einer Festgeldanlage. Wer hingegen eine laufende Baufinanzierung zu bedienen hat und wessen Anschlussfinanzierung noch nicht unmittelbar vor der Tür steht, der sollte sich um Modalitäten sowie Vor- und Nachteile, die mit einem Forward Darlehen verbunden sind, zumindest eingehend vertraut machen, um seine Möglichkeiten zum Schutz vor steigenden Zinsen zumindest einschätzen und bewerten zu können.

Sachwerte

Montag, 2. Mai 2011

Ob die Inflation bald kommt, weiß keiner. Auch nicht, wie hoch sie sein wird. Gängige Indikatoren wie der harmonisierte Europäische Verbraucherpreisindex sind zwar im Ansteigen begriffen; auch die erstmalige Zinserhöhung der EZB (von historisch beispiellos niedrigem Niveau des Leitzinses aus) hatte wachsende Inflationssorgen zur Begründung. In jedem Fall ist festzustellen, dass die Finanzindustrie das Thema bereits eingängig zu vermarkten begonnen hat: Sachwerte sollen als Inflationsschutz fungieren. Die passenden Fonds (“Sachwertefonds“) wurden schon in täglich wachsender Zahl aufgelegt. Der Anleger investiert hierbei in eine Mischung aus Vermögensgegenständen, die im Falle einer nachhaltig ansteigenden Teuerung, sprich Geldentwertung, ihren Wert behalten oder ggf. sogar steigern sollen. Es sind dies Immobilien, Gold, Rohstoffe und zu guter Letzt Aktien. Dass insbesondere Aktien seit den herben Kursverlusten im Zuge der Finanzkrise schwieriger zu vermarkten für die Geldanlage geworden sind, soll nunmehr durch deren Funktion als Sachwert, da es sich um Unternehmensbeteiligungen, hinter den reale Werte stehen, kompensiert werden. Jedoch ist – abgesehen davon, dass die Inflation angesichts einer noch keineswegs wieder intakten Konjunktur und weiterhin bestehender nicht ausgelasteter Kapazitäten womöglich noch länger auf sich warten lässt – keinesfalls sichergestellt, dass Aktien in einem inflationären Umfeld ihren realen Wert behalten. Sie sollten sich zwar relativ zu Geldwerten wie Anleihen und Bargeld besser entwickeln, Kursverluste sind jedoch keinesfalls ausgeschlossen. Entsprechendes gilt für Rohstoffe, die für gewöhnlich als überaus konjunktursensitiv gelten müssen. Immobilen als Investment bergen ohnehin ein gewisses Klumpenrisiko angesichts nicht gerade niedriger Stückpreise; die Beteiligung über Fonds kann ein nicht zu unterschätzendes Liquiditätsrisiko beinhalten, wie seit geraumer Zeit bei eingefrorenen Immobilienfonds zu beobachten ist. Gold eilt von Hoch zu Rekordhoch. Wie viel Spekulation – auf Inflation oder auf weiter steigende Goldpreise – in den Kursen bereits enthalten ist, könnte bald spannend zu beobachten sein. Inwieweit Sachwertefonds insgesamt die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen können, bleibt insoweit abzuwarten. Als Beimischung können sie, sofern sie von etablierten Managern geführt werden und eine vernünftige Streuung, auch über mehrere Anlageklassen hinweg, gewährleisten, vermutlich nicht schaden. Wenn man die Fonds ohne Ausgabeaufschlag erwerben kann, umso besser. Im Übrigen – unabhängig von potenziellen Inflationsgefahren – gilt das private Eigenheim als die sicherste Form der privaten Altersvorsorge. Dass sich im Zuge allgemein steigender Preise Schuldner als die Gewinner fühlen dürfen, da der Wert der Baufinanzierung entwertet wird, ist unter Umständen ein zusätzliches Argument für den Immobilienerwerb, zeigt jedoch zugleich, dass man auf den Inflationszug womöglich nicht unkritisch aufspringen sollte.