Artikel-Schlagworte: „Rente“

Riester und Rürup

Montag, 20. Dezember 2010

Im Hinblick auf die staatliche Förderung der privaten Altersvorsorge sind insbesondere zwei Vertragsformen, die nach ihren geistigen Vätern unter den Bezeichnungen “Riester“ und “Rürup“ bekannt sind, häufiger Gegenstand der Diskussion. Die wesentlichen Merkmale:
Riester ist insbesondere eine Option für diejenigen, die staatlich gefördert werden durch Zulagen und Steuervergünstigungen. Die staatliche Förderung sorgt einerseits für eine Mindestrendite der langfristigen Geldanlage und stellt andererseits sowohl eine Garantie zumindest der eingezahlten Beträge als auch einen Schutz vor Zugriffen Dritter sicher (sogenanntes Schonvermögen im Zusammenhang mit Hartz IV). Wer nicht staatlich gefördert wird, weil er weder rentenversicherungspflichtig noch verbeamtet ist und auch keinen entsprechenden Ehepartner vorweisen kann, für den kann sich ein Riester-Vertrag dennoch lohnen angesichts der gegebenen Renditechancen bei gleichzeitig bestehender Beitragsgarantie.
Rürup schränkt den Kreis der geförderten Personen nicht ein. Jeder kann somit in den Genuss der staatlichen Förderung seiner Beiträge gelangen. Dieser besteht, anders als bei Riester, jedoch nicht aus Zulagen, sondern nur aus Steuervergünstigungen. Diese werden – sofern ein entsprechendes zu versteuerndes Einkommen erwirtschaftet wird – allerdings in höherem Ausmaß wirksam, da bis zu 20.000 € pro Jahr (zusammenveranlagte Ehegatten 40.000 €) steuerwirksam angelegt werden können, während die Riester-Förderung je Person und Jahr im Ergebnis auf 2.100 € beschränkt ist. Die Rürup-Rente ist ganz überwiegend den Rahmenbedingungen der gesetzlichen Rentenversicherung nachempfunden. Hieraus erklärt sich auch ihr wesentlicher Nachteil, die sehr eingeschränkte Flexibilität. Anders als bei Riester und staatlich nicht geförderten Formen der privaten Altersvorsorge sind keine Kapitalauszahlungen möglich, sondern lediglich lebenslange Rentenleistungen.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Donnerstag, 11. November 2010

Zur Absicherung des Risikos, das darin besteht, seinen Beruf nicht mehr ausüben zu können, hat sich in Deutschland seit einiger Zeit die privat abgeschlossene Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) etabliert. Sie leistet eine Rente bei Eintritt des Versicherungsfalles, wenn der Versicherungsnehmer aus gesundheitlichen Gründen seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Der Vormarsch der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung hängt damit zusammen, dass der gesetzliche Schutz im Zuge der Reformen der Sozialversicherung deutlich eingeschränkt wurde: Eine staatliche Berufsunfähigkeitsrente wird grundsätzlich nur noch für Arbeitnehmer bis einschließlich Jahrgang 1960 gezahlt. Entsprechend müssen jüngere Arbeitnehmer sowie Selbstständige generell private Vorsorge betreiben, wenn sie das Risiko der Berufsunfähigkeit finanziell absichern möchten.
Ein Vergleich der am Markt angebotenen Versicherungen zeigt ein deutliches Preisgefälle, was zum Teil damit zusammenhängt, dass sich einzelne Versicherungsgesellschaften auf bestimmte Berufsgruppen spezialisiert haben. Der wichtigste qualitative Unterschied betrifft die Frage der sogenannten Verweisbarkeit. Je nach Ausgestaltung in den Versicherungsbedingungen kann (und wird) der Versicherer gegebenenfalls vor Aufnahme der Rentenzahlung verlangen, dass der Versicherungsnehmer eine andere, mit der bisherigen vergleichbare und entsprechend den Erfahrungen und Kenntnissen des Kunden zumutbare Tätigkeit aufnimmt.

Förderung und Garantie

Montag, 1. November 2010

Riester hat zwei entscheidende Vorteile: Die staatliche Förderung und eine Garantie in Höhe der eingezahlten Beiträge, die Verluste bis zum Eintritt in den Ruhestand ausschließt. Die unmittelbare Förderung (Zulagen, außerdem gegebenenfalls noch zusätzliche Steuervorteile) steht jedem zu, der eine rentenversicherungspflichtige Beschäftigung ausübt, außerdem Beamten. Die mittelbare Förderung erhalten Ehegatten eines förderberechtigten Riester-Sparers. Die Garantie gilt zum Ende der Sparphase und umfasst alle eingezahlten Beiträge des Sparers sowie eingegangene Altersvorsorgezulagen. Das angesparte Vermögen steht als Rentenbasis für die Altersvorsorge zur Verfügung. Eine einmalige Auszahlung zu Rentenbeginn ist darüber hinaus auch möglich. Auch eine Verwendung des Vermögens zum Kauf einer selbstgenutzten Immobilie oder zur Entschuldung einer entsprechenden Baufinanzierung ist möglich, ohne die staatliche Förderung einzubüßen. Der regelmäßige jährliche Eingang der Zulagen wird dadurch gewährleistet, dass bei dem Anbieter des Riester-Vertrages ein Dauerzulagenantrag gestellt wird.

Die Rürup-Rente

Donnerstag, 30. September 2010

Der Gesetzgeber hat durch die Basis-Rente (besser bekannt als Rürup-Rente) die Möglichkeit geschaffen, für die erfolgten Kürzungen im Bereich der gesetzlichen Rentenversicherung private Vorsorge zu annähernd gleichen rechtlichen Rahmenbedingungen betreiben zu können. Für Selbstständige, die nicht in die gesetzliche Rente einzahlen (Pflicht oder freiwillig), ist die Rürup-Rente die einzige Möglichkeit, eine steuerlich geförderte Altersvorsorge aufzubauen. Berechtigt zum Abschluss einer Rürup-Rente ist jeder, ohne Ausnahme.
Zurzeit angebotene Varianten sind: Klassische private Rentenversicherungen, fondsgebundene Rentenversicherungen (Fondspolicen), Mischformen hiervon und Fondssparpläne. Die Beiträge zu einer Rürup-Rente sind mit einem jährlich steigenden Anteil als Sonderausgaben absetzbar bis zu einem jährlichen Höchstbetrag von 20 T€ (Verheiratete 40 T€); auf den Höchstbetrag sind etwaige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung jedoch anzurechnen. Die Auszahlung erfolgt frühestens ab dem 60. Lebensjahr, und zwar ausschließlich – wie die gesetzliche Rente – als persönliche Leibrente. Diese ist anteilig zu versteuern (Rentenbeginn 2010: zu 60 %, steigend bis Rentenbeginn 2040: zu 100 %). Das angesparte Guthaben ist bis zum Rentenbeginn pfändungssicher und insgesamt und Hartz-IV-sicher. Im Gegenzug ist das angesparte Vermögen jedoch weniger flexibel einsetzbar als bei der Riester-Rente: Es ist weder übertragbar, beleihbar noch veräußerbar. Allerdings lassen sich (bis zu insgesamt 49 % des Beitrags) Zusatzversicherungen integrieren: Berufsunfähigkeitsschutz, Erwerbsunfähigkeitsschutz, Hinterbliebenenversorgung. Nur wenn letztere vereinbart wird, ist auch eine Vererbung des angesparten Vermögens auf den überlebenden Ehepartner (und Kinder, soweit und solange Kindergeldanspruch besteht) darstellbar.

Immobilienrente

Donnerstag, 8. Juli 2010

Das Eigenheim gilt gemeinhin als die sicherste Form der privaten Altersvorsorge. Hierbei steht zunächst der Vorteil der Mietersparnis im Vordergrund. Eine Möglichkeit, über selbstgenutztes Wohneigentum zusätzliche regelmäßige Zahlungen zur Aufstockung der Einnahmen im Ruhestand zu erhalten, besteht in einer sogenannten Immobilienrente. Hierbei wird auf dem Objekt eine Umkehrhypothek eingetragen, aus der bis zum Verkauf des Hauses oder bei Ableben des letzten Eigentümers eine Rente gezahlt wird. Die Hauseigentümer selbst haben keinerlei laufende Zahlungen an die finanzierende Bank zu leisten. Entsprechend gibt es auch keine ansonsten bei der Kreditvergabe übliche Bonitätsprüfung. Lediglich in Bezug auf die Immobilie ist grundsätzliche Voraussetzung, dass diese annähernd lastenfrei zu sein hat. Die ursprüngliche Baufinanzierung bzw. Immobilienfinanzierung sollte somit schon ihre Erledigung gefunden haben.

Riester: Keine Risiken

Montag, 21. Juni 2010

Riester: Keine Risiken

Eine Riester-Rente garantiert automatisch eine Nullverzinsung. Eingezahlte Beiträge des Sparers stehen in jedem Fall als Rentenbasis zur Verfügung. Wenn staatliche Altersvorsorgezulagen auf dem Vertrag eingegangen sind, sind auch diese automatisch garantiert. Die mehrfach ausgezeichnete DWS RiesterRente Premium bietet darüber hinaus (wie alle Riester-Fonds im Gegensatz zu einigen Riester-Rentenversicherungen) zwar keine zusätzlichen Garantien in Form einer Mindestverzinsung, dafür aber ein chancenorientiertes Konzept, das ein finanzmathematisches Sicherungsmodell und eine optionale Höchststandsgarantie zum Ende der Sparphase beinhaltet.