Artikel-Schlagworte: „Riester-Rente“

Förderung spart Finanzierungskosten

Sonntag, 3. Februar 2013

Eine oft lohnenswerte Möglichkeit ist es in vielen Fällen, die private Baufinanzierung durch die Inanspruchnahme staatlicher Fördermöglichkeiten günstiger zu gestalten. In Betracht kommen beispielsweise besonders preiswerte Förderdarlehen der öffentlichen Hand, für die unter Umständen sogar Sonderkonditionen erhältlich sind, sofern man über Spezialisten abschließt, die Rabatte erhalten und diese an die Kunden weitergeben. Auch Zuschüsse in Zusammenhang mit Investitionen rund um das Thema Energiesparen können die Belastung aus der Baufinanzierung senken und somit zu einer Ersparnis führen.

Auch die Riester-Rente ist ein Instrument, welches in Zusammenhang mit dem Erwerb selbstgenutzten Wohneigentums oftmals Vorteile entfaltet. Diese können in Zuschüssen, Steuervergünstigungen oder einer Verkürzung der Darlehenslaufzeit und damit in einer Ersparnis von Zinsen liegen. Die Riester-Rente hat insgesamt als sichere und lukrative Möglichkeit, staatlich gefördert eine zusätzliche private Altersvorsorge aufzubauen, eine breite Akzeptanz erfahren. Die Förderung besteht zum einen aus staatlichen Zuschüssen in Form einer Altersvorsorgezulage, die allen Rentenversicherungspflichtigen und Amtsträgern sowie deren Ehegatten, falls diese nicht selbst zum förderberechtigten Personenkreis zählen, zustehen, sowie aus  steuerlichen Vergünstigungen durch die Berücksichtigung der Beiträge zur Riester-Rente als Sonderausgaben im Rahmen der jährlichen Einkommensteuererklärung. Aufgrund der zusätzlichen Kinderzulagen, die für eine noch höhere staatliche Förderung sorgen, ist ein Riester-Vertrag insbesondere für Familien eine reizvolle Möglichkeit, Lücken bei der Altersvorsorge zu schließen.

In Zusammenhang mit einer selbstgenutzten Wohnimmobilie kann Riester grundsätzlich auf zwei Arten und Weisen vorteilhaft genutzt werden. Das angesparte Altersvorsorgevermögen darf, ohne die erhaltene Förderung zu gefährden, zum Immobilienerwerb verwendet werden, soweit es sich um selbstgenutztes Wohneigentum handelt. Alternativ kann der Riester-Effekt bereits während der Laufzeit der Immobilienfinanzierung wirken. Hierzu schließt man ein sogenanntes Wohn-Riester-Darlehen ab. Die staatlichen Zulagen fließen als Sondertilgungsleistungen ein, verkürzen die Darlehenslaufzeit und sorgen somit für eine schnellere Entschuldung aufgrund der gesparten Zinsen. Insbesondere, wenn ansonsten kein Eigenkapital in die Finanzierung eingebracht wurde, es sich also um eine Baufinanzierung ohne Eigenkapital handelt, entfalten die staatlichen Zulagen eine deutliche Entlastung über den gesamten Zeitraum.

Förderung nicht vergessen zu beantragen

Sonntag, 16. Dezember 2012

Die Riester-Rente bietet die Möglichkeit, eine staatliche Förderung für die private Altersvorsorge zu erhalten. Allerdings: Zulagen und Steuervorteile kommen nicht von selbst, man muss sie beantragen. Den Antrag stellt man bei seinem zuständigen Finanzamt ganz einfach dadurch, dass man eine Einkommensteuererklärung abgibt, der man die Anlage Vorsorgeaufwendungen (früher: Anlage VA) nebst der Bescheinigung seines Vertragspartners für den Riester-Vertrag beifügt. Vertragspartner ist in diesem Fall synonym für Anbieter. Dies kann eine Kapitalanlagegesellschaft, eine Versicherungsgesellschaft, eine Bausparkasse oder ein Kreditinstitut sein, je nachdem, ob man sich dafür entschieden hat, eine Riester-Rente mit Fonds, einer Rentenversicherung, einem Bausparvertrag (mit oder ohne Baufinanzierung einer selbstgenutzten Wohnimmobilie) oder einem Banksparplan aufzubauen. Es können auch zwei Anbieterbescheinigungen beigefügt werden, so dass die Zulagen auf zwei Riester-Verträge aufgeteilt werden. Dies ist explizit vom Gesetzgeber vorgesehen, dass die Zulagen auf bis zu zwei Riester-Verträge aufgeteilt werden können. Häufiger Anwendungsfall ist der Wechsel seines Anbieters. Hierbei wird der bisherige Riester-Vertrag gekündigt und das vorhandene Guthaben auf einen neuen Riester-Vertrag bei einem anderen Anbieter übertragen. Dass es sich bei dem neuen Vertrag ebenfalls um einen für die Altersvorsorge zertifizierten Vertrag handelt, ist besonders wichtig. Nur durch die Übertragung des Guthabens auf einen gleichermaßen durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zertifizierten Vertrag verhindert man, dass die bislang gewährte Riester-Förderung in Form von Zulagen und/oder Steuervorteilen bei der Kündigung  des alten Vertrages zum Zeitpunkt der Auflösung komplett zurückgezahlt werden muss, was gleichbedeutend mit negativen Folgen für die Rendite wäre bzw. unter Umständen auch insgesamt Verluste bescheren kann.

Wohneigentumsförderung

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Wenn der Staat sich an einer Baufinanzierung beteiligt, hat dies vornehmlich sozialpolitische Gründe und kann auf unterschiedliche Arten und Weisen zu einer merklichen Entlastung der Bauherren als Kreditnehmer führen. Die Wohneigentumsförderung setzt zum einen bei der Bereitstellung von öffentlichen Fördergeldern an. Hierbei handelt es sich um Darlehensmittel, die mit besonders vorteilhaften Konditionen ausgestattet sind. Diese betreffen sowohl die Zinssätze, welche im Vergleich zu Angeboten von Banken und Sparkassen durchweg als sehr günstig einzustufen sind. Möglich ist dies aufgrund der sozialpolitischen Komponente, aufgrund derer die betreffenden Darlehensprogramme Zinssubventionen beinhalten. Im Ergebnis führt die Inanspruchnahme öffentlicher Förderdarlehen zu einer meist nicht unerheblichen Ersparnis bezogen auf die gesamten Finanzierungskosten. Hierbei ist auch die lange Laufzeit zu berücksichtigen, über die Baudarlehen üblicherweise getilgt werden. Eine andere Form der Subvention, über die man im Rahmen einer privaten Immobilienfinanzierung profitieren kann, sind Zulagen, welche der Staat als Sondertilgungen beisteuert. Diese führen zu einer Ersparnis an Darlehenszinsen und im Ergebnis zu einer Verkürzung der Darlehenslaufzeit durch die schnellere Entschuldung. Derartige Zulagen sind allerdings nicht Bestandteil von Förderprogrammen, sondern eine Form der staatlich geförderten zusätzlichen privaten Altersvorsorge. Da ein Eigenheim wie auch eine selbstgenutzte Eigentumswohnung einen wesentlichen Eckpfeiler einer privaten Altersvorsorge darstellt, sind selbstgenutzte private Wohnimmobilien aus diesem Grund auch als förderfähig im Rahmen der Riester-Rente eingestuft. Die Voraussetzungen, von dieser Form der staatlichen Förderung zu profitieren, sind allerdings grundsätzlich enger gestrickt, was den geförderten Personenkreis angeht. Beraten lassen von unabhängiger Seite sollte man sich in jedem Fall.

Hohe staatliche Förderung

Dienstag, 19. Juni 2012

Ein schlagendes Argument dafür, sich mit der Riester-Rente auseinander zu setzen, ist die staatliche Förderung. Anders als bei klassischen Möglichkeiten, langfristig Kapital aufzubauen und Vorsorge für den Zeitraum des beruflichen Ruhestands zu treffen, hat der Staat mit der Riester-Rente ein Instrument geschaffen, bei dem neben den Beiträgen des Sparers auch staatliche Zulagen auf den jeweiligen Vorsorgevertrag einfließen. Wie hoch die Förderung im Einzelnen ausfällt, hängt von mehreren Kriterien ab.
Zunächst ist entscheidend, ob man als Sparer überhaupt in den Genuss der staatlichen Riester-Förderung kommt. Wer rentenversicherungspflichtig ist, also grundsätzlich alle Arbeitnehmer, bekommt ebenso staatliche Zulagen wie Beamte und diesen gleichgestellte Personen wie Soldaten und Richter. Um die maximale Förderung zu erhalten, ist es notwendig, dass in jedem Jahr jeweils mindestens vier Prozent des sozialversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens eingezahlt werden. Bei Empfängern von Amtsbezügen sind es entsprechend vier Prozent der ruhestandsfähigen Bezüge des Vorjahres, die als Voraussetzung für die maximale Zulage des Staates einzuzahlen sind. Ist diese Voraussetzung erfüllt, erhält man jährlich eine sogenannte Grundzulage in Höhe von 154 Euro. Empfänger von Kindergeld erhalten überdies auch Kinderzulagen. Für jedes Kind, für das entweder ein Anspruch auf Kindergeld besteht oder für das ein Kinderfreibetrag im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung gewährt wird, fließen zusätzlich jährlich 185 Euro (bzw. 300 Euro bei Kindern ab Geburtsjahr 2008). Über die Zulagen hinaus winken noch zusätzliche Steuervorteile, sofern man höhere Beträge einzahlt, als für die maximale Zulage gefordert ist.
Wichtig ist darüber hinaus zu wissen, dass man erst zum Ende der Sparphase, also frühestens nach Vollendung des 62. Lebensjahres, durch Beginn der zusätzlichen Rentenzahlungen oder bei Fonds des Auszahlplans Leistungen aus dem Vertrag erhält. Wie hoch die Förderung ausfällt, hängt jedoch nicht davon ab, bei welchem Anbieter man abschließt. Auch die Art der Riester-Rente hat keinen Einfluss auf die Höhe der Zulagen. Unter diesem Gesichtspunkt ist es egal, ob man eine Rentenversicherung abschließt, Fonds über einen Sparplan erwirbt oder einen geförderten Bausparvertrag nutzt. Sofern man mit dem Bau oder Erwerb von Wohneigentum liebäugelt, bietet sich tendenziell eher Bausparen als Vorsorgeform an. Die staatlichen Zulagen werden hierbei zur Tilgung der Immobilienfinanzierung verwendet. Die Rendite ergibt sich auf diese Weise durch die ersparten Darlehenszinsen.

Ohne Last im Ruhestand

Dienstag, 13. März 2012

Eine selbstgenutzte Wohnimmobilie, die zum Zeitpunkt des Ausscheidens aus dem aktiven Erwerbsleben und dem Eintritt in den beruflichen Ruhestand lastenfrei ist, ist ein beträchtlicher Vermögenswert. Insbesondere ergibt sich aus der ersparten Miete eine deutliche Entlastung des monatlichen Budgets. Überdies besteht natürlich die Möglichkeit, sich räumlich zu verkleinern, indem beispielsweise das bislang selbstgenutzte Eigenheim zugunsten einer den künftigen individuellen persönlichen Bedürfnissen eher entsprechenden Eigentumswohnung aufgegeben wird und der sich hierbei in aller Regel ergebende Überschuss als Basis für eine Privatrente investiert wird.
Um das Ziel, die Wohnimmobilie zu gegebener Zeit auch schuldenfrei zur Verfügung zu haben, zu erreichen, müssen die Tilgungsleistungen dementsprechend von langer Hand geplant werden (bei besonders niedrigen Zinsen sollte man es im Zweifel nicht bei der Mindesttilgung belassen, siehe auch Blog-Eintrag vom 11.03.). Die planmäßigen Tilgungen der aufgenommenen Baufinanzierung sind eine Stellschraube, ein anderes Instrument sind Sondertilgungen. Zunehmend ist es üblich, dass in Darlehensverträgen hierbei den Kunden das Recht eingeräumt wird, bis zu einem jährlich meist gedeckelten Betrag kostenlose Sondertilgungsleistungen zu erbringen. Eben dies lässt sich auch mit Hilfe des Staates bewerkstelligen. Die sogenannte Eigenheimrente, ein Ableger der Riester-Rente und landläufig besser als Wohn-Riester bekannt, funktioniert wie folgt: Bei bestehender Förderberechtigung und erbrachten Sparleistungen fließen, genau wie bei den übrigen Varianten der Riester-Rente (Versicherungen, Fonds, Banksparpläne) staatliche Altersvorsorgezulagen. Allerdings dienen diese bei Wohn-Riester nicht dem zusätzlichen Vermögensaufbau, indem sie das angesparte Vorsorgekapital erhöhen, sondern dazu, eine schnellere Entschuldung der selbstgenutzten Wohnimmobilie zu bewirken. Die Zulagen fließen als jährliche Sondertilgung in die Finanzierung der Immobilie ein. Die Rendite lässt sich insoweit über die ersparten Zinsen errechnen. Über Einzelheiten sollte man sich vor dem Abschluss bei einem unabhängigen Finanzdienstleister informieren.

Nicht spontan abschließen

Dienstag, 30. August 2011

Wenn man sich über seine private Altersvorsorge nicht nur Gedanken macht, sondern auch zur Tat schreiten möchte, hat man bereits eine gute Entscheidung getroffen. Allerdings sollte man auch nichts überstürzen, da es sich bei der konkreten Entscheidung für ein bestimmtes Vorsorgeinstrument in jedem Fall um einen langfristig angelegten Vertrag handelt. Ein Beispiel ist die Riester-Rente: Sie hat Vorteile und Nachteile. Die Förderung, mit der vielfach geworben wird, ist zweifellos attraktiv. Allerdings ist sie bei jedem Anbieter und bei jeder Vertragsvariante identisch. Unterschiede bestehen allerdings in erheblichem Maße hinsichtlich der Kosten und der Renditeaussichten. So gesehen, ist es sicherlich vernünftig, sich zunächst über das Produkt insgesamt zu informieren und daraufhin zu vergleichen, bevor man unterschreibt. Gerade bei Riester ändern sich die Rahmenbedingungen im kommenden Jahr zum Nachteil der Anleger, so dass unter sonst gleichen Umständen ein Neuabschluss noch in diesem Jahr durchaus vernünftig ist. Das erstbeste Angebot stellt sich jedoch selten als das beste heraus.

Keine reine Huckepack-Förderung mehr

Mittwoch, 10. August 2011

Die Riester-Rente erfährt ab kommendem Jahr folgende Änderung: Reine Zulagenverträge, bei denen der Sparer keine eigenen Beiträge einzahlt, aber dennoch die Förderung in Form der staatlichen Altersvorsorgezulagen erhält, sind passé. Bislang konnten etwa Hausfrauen von den Vorteilen dieser Form der geförderten Altersvorsorge profitieren, wenn ihr Ehegatte einen eigenen Riester-Vertrag in erforderlicher Höhe bedient. Die Huckepack-Förderung, die bislang im Ergebnis zu einer Umsonst-Rente für nicht unmittelbar Förderberechtigte führte, wird künftig nicht mehr möglich sein. Ein Mindestbeitrag von 60 Euro jährlich, der sogenannte Sockelbetrag, muss künftig von jedermann aus eigener Tasche aufgebracht werden. Dies betrifft sowohl Riester-Fonds als auch Riester-Versicherungen sowie Banksparpläne und Wohn-Riester.

Eigenheimrente

Freitag, 3. Juni 2011

Die Eigenheimrente, landläufig als Wohn-Riester bekannt, ist als jüngste Variante der Riester-Rente die Form der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge, die bereits zum Zeitpunkt der Finanzierung des Eigenheims oder der selbstgenutzten Eigentumswohnung eine Förderung der eigenen vier Wände bewerkstelligt. Die ursprüngliche Variante (Riester-Rentenversicherungen) und später hinzugekommenen Sparpläne in Riester-Fonds sowie klassische Banksparpläne können ebenfalls im Zusammenhang mit Wohnimmobilien genutzt werden, allerdings nur mittelbar: Zulässig ist einerseits der Erwerb selbstgenutzten Wohneigentums durch Verwendung des angesparten Altersvorsorgevermögens, andererseits eine Ablösung einer entsprechenden Baufinanzierung, ohne dass man hierbei die staatliche Förderung (Zulagen und gegebenenfalls zusätzliche Steuervergünstigungen) einbüßen würde und zurückzahlen müsste.
Bei der Eigenheimrente fließen die staatlichen (und durchaus auch stattlichen) Zulagen direkt als Sondertilgungsleistungen auf ein separates Wohn-Riester-Darlehen, natürlich ohne Berechnung von Vorfälligkeitsentschädigungen. Durch die staatlichen Zulagen beschleunigt sich die Entschuldung wesentlich durch den über die lange Laufzeit wirkenden Zinseszinseffekt. Beispielsweise eine anstehende Anschlussfinanzierung ist ein guter Zeitpunkt, um das Für und Wider zu diskutieren, seiner Immobilienfinanzierung künftig diesen attraktiven Finanzierungsbaustein hinzuzufügen.

Riesterwahnsinn …

Dienstag, 12. April 2011

… so der etwas reißerische Titel eines Beitrags in der gestrigen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins “Geld & Leben“ (BR). Thema waren Rückforderungen von bereits gewährten Altersvorsorgezulagen; tangiert sollen bis zu 1,5 Mio. von insgesamt bundesweit rd. 13 Mio. abgeschlossenen Riester-Verträgen sein. Hintergrund ist die im Detail komplizierte rechtliche Ausgestaltung der Riester-Rente in Bezug auf die Förderberechtigung.
Es gibt im Ergebnis drei Personenkreise: Unmittelbar Förderberechtigte, mittelbar Förderberechtigte und nicht Förderberechtigte. Unmittelbar förderberechtigt sind alle rentenversicherungspflichtigen Personen, also Arbeitnehmer und Selbstständige, die von der Deutschen Rentenversicherung als versicherungspflichtig eingestuft sind. Dies betrifft beispielsweise zahlreiche Handwerker. Außerdem sind Beamte und andere Amtsträger wie Soldaten und Richter unmittelbar förderberechtigt. Entsprechend erhalten sie – ohne Einkommensgrenzen – die Riester-Förderung, bestehend aus Altersvorsorgezulagen und gegebenenfalls weiteren Steuervorteilen durch Berücksichtigung der Beiträge als Sonderausgaben im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung. Die Förderung ist je Kalenderjahr gedeckelt. Und es gibt einen vorgeschriebenen Mindestbeitrag, den Riester-Sparer selbst aufbringen müssen. Dieser sogenannte Sockelbetrag beläuft sich auf 60 € jährlich.
Eben dieser Sockelbetrag ist für mittelbar Förderberechtigte nicht vorgeschrieben. Zu diesem Personenkreis zählt, wer für sich genommen nicht förderberechtigt wäre (z.B. Hausfrauen/-männer oder Selbstständige ohne Rentenversicherungspflicht, auch Freiberufler, die einem berufsständischen Versorgungswerk angehören), aber mit einem unmittelbar geförderten Ehegatten aufwarten kann. Mittelbar Förderberechtigte können eigene Beiträge auf ihren eigenen Vertrag einzahlen, müssen es aber nicht. Eine Umsonst-Rente ist dadurch möglich, dass lediglich die staatlichen Zulagen auf den Vertrag fließen und als Basis für die Verrentung und damit die Stärkung der Altersvorsorge dienen. Diese reinen Zulagen-Verträge, die lediglich durch die Huckepack-Förderung ein (sehr) kleines, aber immerhin geschenktes Vermögen aufbauen, sind weit verbreitet.
Das als “Riesterwahnsinn” bezeichnete Szenario – die u.U. für mehrere Jahre rückwirkende Rückforderung bereits gewährter Zulagen – tritt ein, wenn aus einem mittelbar geförderten Riester-Sparer, ohne dass diesem das womöglich bewusst ist und ihn niemand mit der Nase darauf stößt, ein unmittelbar Förderberechtigter wird, z.B. durch Kindererziehungszeiten, in denen Pflichtbeiträge an die Rentenversicherung fließen. Wird nicht wenigstens der Sockelbetrag von 60 € entrichtet, erhalten unmittelbar Förderberechtigte keine Zulage. Wurden Zulagen gewährt, weil die Änderungen in den persönlichen Verhältnissen zunächst nicht bekannt waren, werden sie zurückgefordert. In der Sache logisch, für Betroffene jedoch ein Schlag ins Kontor. Maßgebend sind übrigens die Verhältnisse innerhalb des gesamten Kalenderjahres. Wie beim Splittingtarif: Den sichert man sich auch rückwirkend für das ganze Jahr, wenn man noch Silvester den Weg aufs Standesamt findet. Prophylaxe gegen das latente Rückforderungsrisiko können Nutznießer der Huckepack-Förderung dadurch betreiben, dass sie durchgängig 5 € als Eigenbeitrag in ihren Riester-Vertrag einzahlen. Dies muss ohnehin kein Fehler sein, denn – so angenehm eine reine Umsonst-Rente auch ist, gewaltige Lücken bei der Altersvorsorge lassen sich hierdurch nicht schließen.

Riester: Nicht nur wegen der Förderung vorteilhaft

Freitag, 18. März 2011

Die Riester-Rente erfährt zunehmende Beliebtheit und Akzeptanz in weiten Bevölkerungskreisen als sichere und lukrative Möglichkeit, staatlich gefördert eine zusätzliche private Altersvorsorge zu betreiben. Die Förderung vollzieht sich bei der Riester-Rente durch staatliche Zuschüsse in Form einer Altersvorsorgezulage, die allen Rentenversicherungspflichtigen und Beamten zusteht, des Weiteren deren Ehegatten, falls diese nicht selbst zum förderberechtigten Personenkreis zählen, sowie durch steuerliche Vergünstigungen durch die Berücksichtigung der Beiträge zur Riester-Rente als Sonderausgaben im Rahmen der jährlichen Einkommensteuererklärung. Kinderzulagen sorgen für eine höhere staatliche Förderung, entsprechend für eine höhere Förderquote bezogen auf die eigenen Beiträge. Die Riester-Rente ist somit insbesondere für Familien eine reizvolle Möglichkeit, Lücken bei der Altersvorsorge zu schließen.
Die Förderquote, das Verhältnis von staatlicher Förderung zu geleisteten Eigenbeträgen, ist darüber hinaus für Bezieher eines vergleichsweise geringen Einkommens besonders attraktiv. Für Geringverdiener ist somit im Zweifelsfall der Abschluss einer Riester-Rente die bessere Alternative im Vergleich zu einem staatlich nicht geförderten Altersvorsorgeprodukt, da bereits die staatlichen Altersvorsorgezulagen für eine garantierte Mindestrendite sorgen. Altersvorsorgevermögen, das aus geförderten Beiträgen angespart wurde, ist zudem pfändungssicher und als sogenanntes Schonvermögen grundsätzlich dem Zugriff der Sozialbehörden entzogen.
Das Vermögen kann vollständig verwendet werden zum Erwerb eines selbstgenutzten Eigenheims oder einer Eigentumswohnung bzw. zur Ablösung einer hierfür restlich bestehenden Baufinanzierung. Auch die unmittelbare Integration der staatlichen Förderung in die Immobilienfinanzierung ist möglich durch “Wohn-Riester“.