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Basis für Selbstständige

Freitag, 19. August 2011

Die Gegebenheiten in der Sozialversicherung haben für beruflich Selbstständige in den letzten Jahren grundlegende Veränderungen mit sich gebracht. Zum Beispiel steht auch Selbstständigen, die von den Einschnitten bei der gesetzlichen Rentenversicherung nicht betroffen sind, da sie nicht der Rentenversicherungspflicht unterliegen, mit Hilfe der staatlich geförderten Basis-Rente (im Volksmund auch Rürup-Rente genannt) eine steuerbegünstigte und vor dem Zugriff Dritter geschützte Möglichkeit zur Verfügung, die private Altersvorsorge aus- oder aufzubauen.
Hingegen haben sich die Rahmenbedingungen in der Krankenversicherung durch die Einführung einer gesetzlich vorgeschriebenen Versicherungspflicht, die sich auch auf die gesetzliche Pflegeversicherung erstreckt, eher nachteilig entwickelt. Allerdings haben auch Selbstständige nunmehr einen leichteren Zugang zur gesetzlichen Krankenversicherung und darüber hinaus weiterhin die Möglichkeit, sich privat zu versichern. Die Absicherung in der privaten Krankenversicherung entspricht im sogenannten Basistarif jeweils mindestens dem Umfang der gesetzlichen Krankenversicherung. Für Selbstständige, die sich in der Anfangsphase ihrer Existenzgründung befinden, kann ein (gegebenenfalls vorläufiger) Verbleib in der gesetzlichen Krankenversicherung unter Kostengesichtspunkten attraktiv sein, falls eine Förderung durch den staatlichen Gründungszuschuss bewilligt wird. In diesem Falle werden für Kranken- und Pflegeversicherung niedrigere Mindestbeiträge zugrunde gelegt, was in der Anlaufphase der beruflichen Selbstständigkeit, die häufig durch eine anfänglich schleppende Umsatzentwicklung und nicht selten durch Verluste geprägt ist, zu einer spürbaren Entlastung des privaten Budgets führt.

Sparen oder tilgen?

Mittwoch, 25. Mai 2011

Riester ist in aller Munde. Zuletzt häufig, weil die Förderung und die Konstruktion insgesamt als zu kompliziert angesehen werden. Nachbesserungen seitens des Gesetzgebers sind derzeit in Planung. Grundsätzlich ist das Produkt jedoch besser als sein Ruf und auch besser, als es bei seiner Einführung war. Veränderungen bei der Riester-Rente bedeuteten seit der Einführung durchweg Verschlankungen und Entbürokratisierung, gingen also stets in die richtige Richtung.
Die individuelle Entscheidung pro oder contra Riester hängt ganz wesentlich davon ab, ob man zum geförderten Personenkreis dieser Form der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge zählt. Arbeitnehmer und Beamte sind in den Kreis der Förderberechtigten einbezogen, Einkommensgrenzen gelten hierbei nicht. Komplizierter kann es bei Selbstständigen sein; Einzelheiten hierzu kann man mit einer unabhängigen Unternehmensberatung besprechen. Wenn die Berechtigung in Bezug auf die Förderung (Zulagen und ggf. weiter Steuervergünstigungen) geklärt ist, ist die Frage nach der grundsätzlichen Zielrichtung zu stellen: Sparen oder tilgen?
Sparen kann man über Versicherungen, Fondssparpläne oder Banksparpläne. Fürs Tilgen einer Immobilienfinanzierung in Zusammenhang mit selbstgenutztem Wohneigentum (Eigenheim oder Eigentumswohnung) gibt es die Eigenheimrente, besser bekannt als Wohn-Riester. Bei einer bestehenden Baufinanzierung kann Wohn-Riester auch später begonnen werden, zum Beispiel anlässlich einer Anschlussfinanzierung nach Auslaufen einer Zinsbindungsvereinbarung, wenn ohnehin Zins- und Tilgungssätze neu verhandelt und fixiert werden.

Ratenkredite für Selbstständige

Dienstag, 26. April 2011

Ratenkredite können mitunter auch für kleinere inhabergeführte Unternehmen und beruflich Selbstständige sein, wenn das Volumen der benötigten Finanzierungsmittel überschaubar ist, beispielsweise bei einer Existenzgründung mit einem vergleichsweise geringen Kapitalbedarf. Der Unterschied zu einem Darlehen, der gängigen Form der Fremdkapitalaufnahme für betriebliche Finanzierungen des Anlagevermögens, liegt insbesondere in den unterschiedlichen Konditionen beider Finanzierungsvarianten. Während Ratenkredite, zumindest für Privatkunden, in aller Regel standardisiert vergeben werden, bedarf es bei einem Darlehen einer grundsätzlich individuelleren Prüfung der Finanzierung durch das jeweilige Kreditinstitut. Für Unternehmen und Selbstständige gilt allerdings ohnehin die Besonderheit, dass die Bonitätsprüfung auch laufend erfolgt, indem Jahresabschlüsse und/oder betriebswirtschaftliche Auswertungen seitens des Kreditnehmers einzureichen sind. Bei Privatkunden hingegen ist die laufende Kreditüberwachung in aller Regel durch die laufenden Gehaltseingänge bzw. durch gegebenenfalls automatisch eingehende Nachmeldungen seitens der Schufa erledigt. Die Besicherung eines Darlehens oder eines Ratenkredites an Selbstständige ist in aller Regel ebenfalls abweichend von einem herkömmlichen Kredit, wie er für Privatpersonen zur freien Verwendung oder zur Anschaffung von Konsumgütern vergeben wird. Grundsätzlich sind die Kreditsicherheiten, wie auch die Zinssätze, im Geschäft mit Firmenkunden Verhandlungssache. Beide Vertragsbedingungen hängen allerdings auch voneinander ab. Je besser ein Kredit abgesichert ist, desto günstigere Konditionen kann ein Kunde grundsätzlich im Vergleich zu einer ungesicherten Finanzierung, einem Blankokredit, erwarten.
Eine unabhängige Unternehmensberatung, die in Fragen der betrieblichen Finanzierung versiert ist und mit diversen Kreditinstituten zusammenarbeitet, kann durch eine Analyse der bestehenden Kreditverträge und Berücksichtigung der Marktgegebenheiten unter Umständen die Unternehmensfinanzierung nicht unerheblich günstiger gestalten oder einer drohenden Beschneidung der Refinanzierungsmöglichkeiten gegebenenfalls entgegenwirken. Bei einer Inanspruchnahme standardisierter Ratenkredite durch Unternehmen oder Selbstständige besteht unter Umständen die Möglichkeit, Sparpotenziale ungenutzt zu lassen.

Wohneigentumsförderung für Selbstständige

Mittwoch, 12. Januar 2011

Insbesondere in Zeiten historisch niedriger Zinssätze kann es durchaus darstellbar sein, eine Baufinanzierung bzw. Immobilienfinanzierung unter Dach und Fach zu bringen, die mit einer mietähnlichen Belastung einhergeht bzw. keine zusätzliche Belastung für die frischgebackenen Eigenheim- oder Wohnungsbesitzer mit sich bringt.
Für beruflich Selbstständige stellt sich in der Praxis die Umsetzung des Traums von den eigenen vier Wänden jedoch meist dar als für Arbeitnehmer, da Kreditinstitute tendenziell bei der Kreditvergabe an diesen Kundenkreis strengere Anforderungen stellen. Ursache ist insbesondere der Umstand, dass die Nachhaltigkeit der Kapitaldienstfähigkeit für Zins- und Tilgungsleistungen weniger eindeutig zu beurteilen ist als bei abhängig Beschäftigten. Insofern kann es sinnvoll sein, die Immobilienfinanzierung in Zusammenarbeit mit einem unabhängigen Finanzdienstleister, der mit zahlreichen Kreditinstituten in Geschäftsverbindung steht, in die Wege zu leiten. Öffentliche Förderung, beispielsweise durch zinsgünstige Förderdarlehen wie das KfW-Wohneigentumsprogramm, ist auch für beruflich Selbstständige eine nicht zu unterschätzende Möglichkeit der Ersparnis an Kapitalkosten.

Die Rürup-Rente

Donnerstag, 30. September 2010

Der Gesetzgeber hat durch die Basis-Rente (besser bekannt als Rürup-Rente) die Möglichkeit geschaffen, für die erfolgten Kürzungen im Bereich der gesetzlichen Rentenversicherung private Vorsorge zu annähernd gleichen rechtlichen Rahmenbedingungen betreiben zu können. Für Selbstständige, die nicht in die gesetzliche Rente einzahlen (Pflicht oder freiwillig), ist die Rürup-Rente die einzige Möglichkeit, eine steuerlich geförderte Altersvorsorge aufzubauen. Berechtigt zum Abschluss einer Rürup-Rente ist jeder, ohne Ausnahme.
Zurzeit angebotene Varianten sind: Klassische private Rentenversicherungen, fondsgebundene Rentenversicherungen (Fondspolicen), Mischformen hiervon und Fondssparpläne. Die Beiträge zu einer Rürup-Rente sind mit einem jährlich steigenden Anteil als Sonderausgaben absetzbar bis zu einem jährlichen Höchstbetrag von 20 T€ (Verheiratete 40 T€); auf den Höchstbetrag sind etwaige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung jedoch anzurechnen. Die Auszahlung erfolgt frühestens ab dem 60. Lebensjahr, und zwar ausschließlich – wie die gesetzliche Rente – als persönliche Leibrente. Diese ist anteilig zu versteuern (Rentenbeginn 2010: zu 60 %, steigend bis Rentenbeginn 2040: zu 100 %). Das angesparte Guthaben ist bis zum Rentenbeginn pfändungssicher und insgesamt und Hartz-IV-sicher. Im Gegenzug ist das angesparte Vermögen jedoch weniger flexibel einsetzbar als bei der Riester-Rente: Es ist weder übertragbar, beleihbar noch veräußerbar. Allerdings lassen sich (bis zu insgesamt 49 % des Beitrags) Zusatzversicherungen integrieren: Berufsunfähigkeitsschutz, Erwerbsunfähigkeitsschutz, Hinterbliebenenversorgung. Nur wenn letztere vereinbart wird, ist auch eine Vererbung des angesparten Vermögens auf den überlebenden Ehepartner (und Kinder, soweit und solange Kindergeldanspruch besteht) darstellbar.