Artikel-Schlagworte: „Überschussbeteiligung“

Der Garantiezins sinkt – na und?

Mittwoch, 4. Mai 2011

Besitzer einer klassischen kapitalbildenden Lebens- oder Rentenversicherung müssen sich insoweit keine Sorgen machen: Sie sind von der Senkung des Garantiezinses ab nächstem Jahr nicht betroffen. Zumindest nicht direkt, denn die Senkung, des maximal zulässigen Garantiezinses – den in der Praxis aus Wettbewerbsgründen alle Versicherungen anbieten – betrifft nur neu abgeschlossene Verträge ab kommendem Jahr. Indirekt sieht es leider ein bisschen anders aus: Der Garantiezins ist grundsätzlich eine aufsichtsrechtlich festgelegte Obergrenze für Zusagen, die Versicherungsunternehmen ihren Kunden bezüglich der Verzinsung des Sparanteils innerhalb der Versicherungsprämie erteilen dürfen. Eben diesen garantierten Zinssatz mit ihren Kapitalanlagen zu erzielen, fiel den Versicherungen jedoch in den letzten Jahren zunehmend schwerer angesichts des anhaltend niedrigen Zinsniveaus. Aus diesem Grunde sind auch die Überschussbeteiligungen, die die Versicherer ihren Kunden jährlich gutschreiben, kontinuierlich gesunken. Indirekt sind also durch die Entwicklung der letzten Jahre mit sehr niedrigen Zinsen alle Besitzer von klassischen kapitalbildenden Lebensversicherungen oder Rentenversicherungen betroffen: Vollzieht man die tatsächliche Entwicklung des Guthabens nach und vergleicht diese mit den ursprünglich – unverbindlich – in Aussicht gestellten Überschussbeteiligungen und Wertentwicklungen, so wird in den meisten Fällen eine nicht unerhebliche Lücke klaffen. Je nachdem, welchen Stellenwert die betreffenden Policen innerhalb des individuellen langfristigen Vermögensaufbaus bis hin zur Altersvorsorge einnehmen, kann das Ergebnis schade, ärgerlich oder verheerend sein. Davon abhängig ist entsprechend auch die Dringlichkeit, nach der Bestandsaufnahme Optionen zu prüfen und Alternativen in die Wege zu leiten.

Sie bekommen keine Überschussbeteiligung?

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Wenn eine private Rentenversicherung (oder kapitalbildende Lebensversicherung), die zum langfristigen Vermögensaufbau oder zur Stärkung der Altersvorsorge abgeschlossen wurde, in den Versicherungsbedingungen festlegt, dass der Kunde keine Überschussbeteiligung erhält, klingt das nicht gut. Eher schon dreist oder fies. Zunächst. Bei näherer Betrachtung stellt sich jedoch die Frage, wie eigentlich genau bei “normalen“ Policen die Überschussbeteiligung ermittelt wird: Sie wird bei Vertragsabschluss unverbindlich prognostiziert und im Folgenden jährlich neu festgesetzt. Nach allerdings nicht klar definierten Kriterien, die dem Kunden Transparenz ermöglichen würden. Es spielen hierbei unter anderem eine Rolle: Die Geschäftsentwicklung, bei Lebensversicherern insbesondere das Zinsniveau, sowie die Interessen der Versichertengemeinschaft, der Versicherungsgesellschaft nebst deren Eigentümern und vieles mehr. So gesehen empfehlen sich Rentenversicherungen, die die erwirtschafteten Erträge aus der Geldanlage an den Kunden nach klar festgelegten Kriterien komplett auskehren. Der Interessenkonflikt, wer genau eigentlich an den Erträgen in welcher Höhe partizipieren soll, findet hier schlicht nicht statt. Wenn zudem die Kosten für die Versicherung im Vergleich sehr günstig sind und Ratenzuschläge (dies sind bisweilen überaus teure Kredite) für eine unterjährige Prämienzahlung unbekannt sind, hinterlässt dies einen sehr guten Eindruck. Fondspolicen, die zudem bei Tod des Versicherungsnehmers in der Ansparphase nicht nur die eingezahlten Beiträge, sondern auch die höheren Erträge aus dem Fondsguthaben an die Erben auszahlen , werden von unabhängigen Finanzdienstleistern aus diesen Gründen gern empfohlen. Erst recht, wenn sie auf Wunsch noch gute Garantieelemente beinhalten, falls der Kunde das Risiko der Kapitalanlage, das mit Chancen auf höhere Renditen zwangsläufig einhergeht, nicht alleine schultern möchte.