Artikel-Schlagworte: „Verschuldung“

Statussymbol

Montag, 14. März 2011

Ein Dispo (Kurzform für Dispositionskredit) wird meist durch das kontoführende Kreditinstitut formlos eingeräumt, wenn regelmäßige Einkünfte in einer gewissen Mindesthöhe auf dem Girokonto zu verzeichnen sind. Die Bonitätsprüfung, also die Frage, ob der Kunde “gut“ ist für einen Dispositionskredit, wird im Zuge der Eröffnung des Girokontos oftmals mit beantwortet. Mitunter ist in den Kreditvergaberichtlinien der jeweiligen Bank oder Sparkasse eine gewisse “Karenzzeit“ festgelegt, d.h., der Kunde muss neben einer ohnehin ausreichenden Bonität, die im Rahmen der Kontoeröffnung durch die zur Verfügung gestellten Unterlagen wie Selbstauskunft, Verdienstbescheinigungen und Einholung einer Schufa-Auskunft geprüft wird, zusätzlich den Nachweis erbringen, dass er sein Girokonto beanstandungsfrei führt.
Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass ein Dispositionskredit in etwa das Drei- bis Fünffache des monatlichen Nettoeinkommens, das als regelmäßiger Eingang auf dem betreffenden Girokonto zu verzeichnen ist, beträgt. Allerdings ist es nicht unüblich, dass bestehende Ratenkredite auf den Verschuldungsgrad des Kunden angerechnet werden, etwa dahingehend, dass die monatliche Kreditrate vom Nettoeinkommen abgezogen wird, so dass das zusätzliche Dispositionslimit des Girokontos entsprechend reduziert wird.
Was die Verwendung des Dispos angeht, so sollte diese überaus sparsam erfolgen. Da ein Dispo ein zwar sehr bequemer, jedoch alles andere als günstiger Kredit ist, sollte man ihn nur in Ausnahmefällen in Anspruch nehmen und ansonsten als eiserne Reserve für Notfälle und im Übrigen als Statussymbol betrachten.

Dispozinsen bleiben zu hoch

Mittwoch, 15. September 2010

Das Zinsniveau stellt sich weiterhin als historisch niedrig dar. Überall? Nicht bei privaten Dispositionskrediten auf dem Gehaltskonto! Weiterhin bewegen sich die Dispozinsen überwiegend im zweistelligen Bereich; Stiftung Warentest spricht in der aktuellen Ausgabe von “Finanztest“ entsprechend von dem Dispo als Kostenfalle. Für Ratenkredite lassen sich deutlich bessere Konditionen finden. Der Zinsvorteil reicht mitunter sogar aus, um die Tilgung zu finanzieren. Denn diese ist die eigentliche Crux bei Dispokrediten: Sie findet nicht statt, sofern der Kontoinhaber/Kreditnehmer nicht selbstständig hierfür Sorge trägt. Wer sein Konto dauerhaft im Soll führt, sollte aus diesem Grund nicht zögern, eine Umschuldung in Angriff zu nehmen: Anstelle eines happigen vierteljährlichen Rechnungsabschlusses für das Girokonto, bei dem neben etwaigen Kontoführungsgebühren die Zinsen für die Inanspruchnahme des Dispos belastet werden, wird monatlich (oder auch vierteljährlich) die Rate für den Kredit fällig, die neben (niedrigeren) Zinsen auch einen Tilgungsanteil enthält. Auf das Jahr gerechnet, ergibt sich eine nicht unerhebliche Ersparnis. Außerdem findet eine Entschuldung statt, gewissermaßen genauso schleichend, wie zuvor der Sollsaldo auf dem Girokonto angewachsen war.