Artikel-Schlagworte: „Vorfälligkeitsentschädigung“

Sondertilgungen bei Finanzierungen

Montag, 19. Dezember 2011

Steht zum Zeitpunkt des Abschlusses des Kreditvertrages für den Kunden die Möglichkeit im Raum, dass der Kredit vorzeitig zurückgezahlt werden könnte, weil etwa ein höherer Geldeingang, eine Sonderzahlung oder die Fälligkeit einer Geldanlage bzw. eines Sparplans mittelfristig ansteht, gilt es sich die entsprechende Flexibilität zu sichern. Dies ist bei einem Ratenkredit heutzutage kein großes Problem mehr: Neben der Wahl eines möglichst niedrigen Zinssatzes, gemessen am Effektiven Jahreszins, ist darauf zu achten, dass Sondertilgungen während der Laufzeit kostenlos möglich sind. Mit kostenlos ist hierbei gemeint, dass die Bank in diesem Fall keine Vorfälligkeitsentschädigung berechnet. Dies war früher häufig der Fall, auch bei kleineren Krediten. Die Begründung für die Berechnung einer Vorfälligkeitsentschädigung liegt darin, dass der Bank, zumindest bei mittlerweile gesunkenen Zinsen, bei einer neuen Kreditvergabe Zinsen entgehen würden. Der Wettbewerb unter den Kreditinstituten hat jedoch dazu geführt, dass mittlerweile eine vorzeitige Ablösung von Ratenkrediten kein großes Problem mehr darstellt. Selbst bei einer Immobilienfinanzierung sind während einer laufenden Festzinsvereinbarung mittlerweile auch kostenlose Sondertilgungen möglich, wenn auch nur bis zu einer jährlichen Obergrenze.

Teurer Bodensatz

Dienstag, 31. Mai 2011

Bodensatz klingt nicht nur ähnlich, ist auch ein bisschen wie Kaffeesatz. Letzterer trübt den Kaffeegenuss, ersterer die Laune beim Nachrechnen. Die dauerhafte Inanspruchnahme eines Bodensatzes eines eigentlich kurzfristigen Kredits, des Dispos, ist nämlich eine der teuersten Möglichkeiten, sich bei Banken und Sparkassen Geld zu leihen. Der Dispo ist zweifellos bequem und unbürokratisch, aber eben auch ein überaus teurer Kredit. Wer sich also dauerhaft im Soll befindet, zahlt definitiv zu viel. Das Tückische ist im Übrigen, dass man für eine Tilgung selbstständig sorgen muss, ein Schuldenabbau also nur durch größere außerordentliche Geldeingänge oder das Wiederentdecken seiner finanziellen Disziplin ermöglicht wird. In der Praxis ist es leider im Gegenteil vielfach so, dass keine Tilgung des Dispos erfolgt, sondern sich vielmehr, nicht zuletzt durch den quartalsweisen Rechnungsabschluss mit Zinsen (und gegebenenfalls Gebühren fürs Girokonto) mit der Zeit ein Anstieg der Verbindlichkeiten ergibt. Eine Umschuldung in einen günstigen Ratenkredit durchbricht diesen Zyklus und hat zwei Vorteile: Erstens spart man Zinsen, da Ratenkredite durchweg mit günstigeren Konditionen aufwarten als Dispositionskredite. Zweitens tilgt man, und dies planmäßig innerhalb der vereinbarten Kreditlaufzeit. Gute Ratenkredite beinhalten zudem ein gewisses Maß an Flexibilität, dadurch, dass sie die Möglichkeit, bei Bedarf Sondertilgungen ohne Berechnung einer gesonderten Vorfälligkeitsentschädigung leisten zu können, einräumen. Um einen entsprechenden Ratenkredit zu finden, der durch Ablösung des Girokontos mehr finanzielle Stabilität in Verbindung mit einer deutlichen Zinsersparnis erzielt, fragt man am besten bei einer unabhängigen Finanzberatung nach, die mit zahlreichen, häufig spezialisierten und für Verbraucher direkt nicht zugänglichen Banken zusammenarbeitet, um ein möglichst passgenaues Angebot zu erhalten.

Prolongation

Dienstag, 28. September 2010

Die Prolongation (= Verlängerung) einer Finanzierung steht an, wenn diese vormals befristet wurde oder wenn die zwischen Kreditinstitut und Kreditnehmer vereinbarte Zinsbindungsfrist endet.
Die Verlängerung befristeter Kredite betrifft in aller Regel Dispositionskredite auf dem Girokonto, bisweilen auch eingeräumte Kreditüberschreitungen oder Kontoüberziehungen. Da es sich hierbei um außerordentlich teure Kredite handelt, drängt es sich in diesem Falle auf, anstelle einer Prolongation eine Umschuldung in einen günstigeren Ratenkredit vorzunehmen.
Eine Verlängerung von Darlehen zum Auslauf der vereinbarten Festzinsbindungsfrist hingegen wird auch als Anschlussfinanzierung bezeichnet. Sie ermöglicht dem Kunden gegebenenfalls auch, ein günstigeres Angebot eines anderen Kreditinstituts anzunehmen und eine Ablösung der Restvaluta des Darlehens in die Wege zu leiten, ohne dass hierfür eine Vorfälligkeitsentschädigung anfiele. Den klassischen Fall einer langfristigen Darlehensaufnahme mit zwischenzeitlichen Prolongationen stellt eine Baufinanzierung bzw. Immobilienfinanzierung dar.